George Skanavis, 42, geboren in Patras, importiert Delikatessen aus Griechenland in die Schweiz. Auch den Tentoura. greekfood.ch
Der griechische Likör Tentoura enthält Gewürze, die an kühlen tagen die Herzen wärmen.
George Skanavis, was ist im Tentoura drin?
Extrakte von Früchten wie Zedratzitrone und Mandarine, aber auch Zimt, Nelken, Muskatnuss und Weiteres. Die exakte Herstellung ist ein Geheimnis.
Wie kam denn der Likör zu seinem Namen?
Der stammt vom Französischen «teinture» oder vom Italienischen «tintura», also «Extrakt» oder «Färbung».
Schweizer verbinden Zimt und Nelken gern mit Winter und Feiertagen. Die Griechen auch?
Nein, in Griechenland ist Tentoura nicht an eine Jahreszeit gebunden. Früher trank man ihn nach einem üppigen Abendessen als Digestif, heute auch tagsüber: im Restaurant nach dem Essen, im Café oder in der Bar als normales Getränk mit oder ohne Mineral- oder Tonicwasser, vor allem aber gekühlt in Schnapsgläsern, pur oder mit einem Rahmhäubchen mit gemahlenem Zimt. Man kann Tentoura auch als Zutat für Cocktails mit Rum und Marc mischen und zu getrockneten Früchten, Baumnüssen und Teigkrapfen geniessen. Ein Schuss Tentoura verleiht dem Tee ein kräftiges Aroma, und im Winter schmeckt Glühwein mit Tentoura köstlich.
Der Likör wird in Patras hergestellt …
Ja. Patras liegt westlich von Athen, an der Nordküste des Peloponnes, und ist ein bedeutender Hafen, gleichzeitig aber auch eine historische wie moderne Grossstadt. Übrigens hat Tentoura ein «Geschwister», den Mastiha. Ein Likör, hergestellt aus dem Saft des
Mastixbaumes. Die Insel Chios ist weltberühmt für die Gewinnung von Harz des Mastixbaumes.