Wenn ein ernst zu nehmender Literaturverlag einen Erstling ankündigt und den gleich in eine stellt mit Salinger, Faulkner, McCarthy und Kerouac, dann werden wir neugierig und skeptisch. Nach der Lektüre von ROST geben wir den Leuten von Klett-Cotta recht: das Buch von Philipp Meyer ist ein Hammer!!! Meyer erzählt in einer unaufgeregten Sprache die Geschichte der Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, Isaac und Poe, die nichts anderes als weg wollen auf dem krisengeschüttelten Kaff, in dem sie leben. Kalifornien ist ihr Ziel, doch schon auf der ersten Wegstrecke ins gelobte Sonnenland kommt es zu einem Kampf mit einer Gruppe Streuner, einer der Hobos kommt dabei uns Leben. Klar wird der impuslsive Poe verdächtigt, obwohl der introvertierte Isaac die Mordwaffe führte. Isaac haut bei Nacht und Nebel ab, Poe, als notorischer Rowdie der örtlichen Polizei bestens bekannt, wird verhaftet. Wird Poe seinen Freund decken und stillhalten, ja gar für ihn den elektrischen Stuhl riskieren? Wird Isaac das gelobten Sonnenland erreichen?
Meyer zeichnet nicht nur das Porträt einer Freundschaft, sondern gleich ein Sittengemälde des modernen Amerikas, seinem inneren und äusseren Zerfall. Seine mitreissende Geschichte ist ein einer krisengeschüttelten Region angesiedelt, einem Landstrich, der einst durch die Stahlindustrie zur Blüte kan. Heute regiert da nur noch der Rost. Wir schliessen uns der Meinung an von Autorin Patricia Cornwell, die für Meyer den Pulitzerpreis fordert.
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Wenn ein Grossmeister der Literatur an seinen grossen Erfolg von einst anknüpfen will, auch dann sind wir neugierig und skeptisch. Auch Douglas Coupland hat uns ein paar schlaflose Nächte und gleichzeitig viel Freude gemacht: GENERATION A ist jede schlaflose Stunde wert. Das Buch ist bei Tropen von Klett-Cotta erschienen.
Wer anno 1991 schon aus dem Bilderbuchalter raus war und lesen konnte, erinnert sich sicher an GENERATION X, ein epochaler Roman, der nicht nur einer Generation den Namen gab, sondern auch seinen Autoren weltberühmt machte. Sein neues Buch ist keine Fortsetzung, eher eine Variation zu GENERATION X. Coupland siedelt seine Geschichte in der nahen Zukunft an, in einer Zeit, wo Metropolen zu Geisterstädten verkommen, die Menschen ohne Hoffnung und die Bienen ausgestorben sind. Die Produktion von Solon, ein Mittelchen zwischen Antidepressiva und Droge, hat den Bienchen den Garaus gemacht. Umso seltsamer, dass nun fünf Leute in ganz verschiedenen Ecken der Welt von Bienen gestochen werden. Sinistre Wissenschaftler verschleppen die fünf Gestochenen auf eine einsame Insel, um herauszufinden, was die fünf verbindet, was sie für Bienen so attrraktiv macht. Von der Umwelt abgeschottet, beginnen die fünf, sich haarsträubende Stories zu erzählen. Douglas kennt keine Grenzen in seiner Faburlierlust, und weil er so urkomisch schreibt, wird die an sich düstere, apokalyptische Zukunftsvision sehr leicht lesbar. Lektüre wie Honig fürs Gemüt, Gelée Royale für den Intellekt. Danke, Douglas!