Sound zum Wochenende

Freitag 20.08.2010
Redaktion Anita Lehmeier

Das Wetter soll ja wieder werden. Das ist gut: Mit einem sonnigen Gemüt geht man neuen Horizonten gerne entgegen. Diesen Mut brauchen Musikfreunde nämlich jetzt: Album-Neuheiten zum Wochenende.

Text: Christian Hug

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Yannick Noah: «Frontières» (Sony)
Seit bald 20 Jahren singt der ehemalige Weltklasse-Tennisspieler nun schon heitere Lieder, und man fragt sich mit jedem neuen Album wieder, ob er vielleicht nicht doch hätte weiter Tennis spielen sollen. Auch auf «Frontières» hält sich der freundliche französisch-kamerunische Wahl-New-Yorker mit altbackenem Achtziger-Singsang schadlos und wird damit ziemlich sicher wieder erfolgreich die bedürfnislose Mehrheit ansprechen.
PS: Ebenfalls leicht und bekömmlich: «Eureka» (Universal) von Rooney.

 

Black Label Society

Black Label Society: «Order Of The Black» (Roadrunner/Musikvertrieb)
Nicht alle Projekte, die der Rock-Gitarrero Zack Wylde anzettelt, sind Geniestreiche. Muss auch nicht, wenn sein Ziel in erster Linie feisser, Bier-kompatibler Rock heisst. Und das hat er mit seiner Black Label Society wieder mal erstklassig hingekriegt, diesmal sogar mit mehr fetten Hooklines als beim letzten Mal: rauer, tonnenschwerer, geradliniger Stonerrock mit der Wucht einer Lawine (und die eine und andere «Ballade»). Vollservice für harte Jungs und toughe Mädels!
PS: Ebenfalls hard & heavy: «Blood Of The Nations» (Warner) von Accept.

 

Esperanza Spalding

Esperanza Spalding: «Chamber Music Society» (Heads Up/Musikvertrieb)

«Und kennst du Esperanza Spalding? Schreib dir den Namen auf. Sie ist genial.» Diese Empfehlung gibt im «Rolling Stone»-Interview kein Geringerer als Dancefloor-Übergott Prince! Er hat natürlich recht, auch wenn er damit seinen Fans viel Geduld und Gwunder abverlangt (aber anders kommen wir ja sowieso nicht weiter): Die Bassistin, Sängerin und Komponistin verbindet alte Kammermusik mit neuem Vocal-Jazz. Lange hinhören, entdecken, sich begeistern! Live übrigens am 28. Oktober am Zürcher Jazznojazz-Festival.

 

chickchick

!!!: «Strange Weather, Isn’t It?» (Warp/Musikvertrieb)
Bei der Bezeichnung New-York-Underground-Progressive-Arty-Dancerock (oder so ähnlich) werden wir sofort hellhörig, weil uns da hedonistisch überdrehte Bands von Talking Heads bis LCD Sound System in den Sinn kommen. Die Band mit dem kurligen Namen !!! (ausgesprochen ChkChkChk) gehört hier seit einigen Jahren dazu. Im Vergleich zu «Myth Takes » von 2007 ist ihr neustes Werk aber auf befremdende Art gemässigt und glattgebügelt. Die Ecken, Kanten und das Überdrehte sind vernünftigen Kompositionen gewichen. Schade. Aber anhören sollte man sich das Album trotzdem: Wirklich schlecht ist es ja keineswegs. Live übrigens am 17. November im Docks in Lausanne.
PS: Ebenfalls reinhören (dringend): «Surfing The Void» (Universal) von The Klaxons.

 

Pale Sketcher

Pale Sketcher: «Demixed» (Ghostly International/Namskeio)
Man wird milder aufs Alter, im Fall von Justin Broadrick sogar sehr milde: Mit Napalm Death war er Miterfinder der ultraschnellen Metal-Variante Grindcore, mit Godlfesh spielte er erst harten und mit Scorn langsamen Industrial, mittlerweile ist Jesu sein eingängliches Gitarren-Projekt – und Pale Sketcher dessen elektronischer Ableger. «Demixed» ist eine Weiterbearbeitung älterer Remixe und durchs Band in angenehm fülligen Klängen sphärisch und chillig.

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