Krimi, Sittenbild aus der Kunstszene, Vater-Sohn-Geschichte, Verschwörungstheorie, Historie - all das verbindet der Wahlschweizer Peter Haff in seinem druckfrischen Buch DER BLAUE SPIEGEL (Luchterhand, Taschenbuch) zu einem echten Page turner. Schon der erste Satz zieht uns unvermittelt in die Handlung rein: "Während Robert Wallburk in der Hafenschänke von Kàlimnos den Lammbraten anschnitt, ertrank sein Vater im Aquarium der Stadtvilla in Gründwald". Bis zur Auslösung des Falls lässt Haffs Plot uns nicht mehr los - solls am Wochenende ruhig regnen, wir sind bestens versorgt mit 383 Seiten Hochspannung. Bei Haff allerdings gibts noch mehr als Suspense, nämlich subtile Schilderungen der Figuren und eine wunderbar gepflegte Sprache, wie man sie in Unterhaltungsliteratur leider nur selten findet.
Wer nach dem langen Blick in den blauen Spiegel mehr von Haff lesen will, dem seien die Reisereportagen DIE UNGENAUE LAGES DES PARADIESES empfohlen, wo Haff eine Gruppe Superreicher auf exklusiver Weltreise begleitet und beschreibt. Oder die Kreuzfahrtreportage ACHT STOCKWERKE ÜBER DER WIRKLICHKEIT, beide bei Luchterhand erschienen.