Die Auszeichnung «Album der Woche» geht diesmal an Laura López Castro und Don Philippe, The Hoosiers fallen in den Keller und werden dort zur Strafe von Eddie malträtiert, derweil wir unsere Mütter glücklich machen: Neue Musik zum Wochenende.
Text: Christian Hug
Iron Maiden: «The Final Frontier» (EMI)
Eddie is back! Vier Jahre nach «A Matter of Life and Death» kommen die Miterfinder des New Wave of British Heavy Metal mit einem neuen Album, das zwar heute erscheint, aber bisher von keinem Journalisten angehört werden durfte. Ausser zwei Songs. Und die sind: Klasse. Typisch Maiden halt, mittlerweile eine Art von Metal für Gesetzte. Apropos Metal: Heute erscheint auch «Heaven’s Venom» (Nuclear Blast/Warner) von Kataklysm: Für alle, die’s gerne vier Zacken härter haben.
The Hoosiers: «The Illusion Of Safety» (Sony)
O je: Vor zwei Jahren überraschte das englische Trio mit «The Trick Of Life» einem heiteren Debüt, das zwar die Welt nicht veränderte, aber mit Witz, Überdrehtheit und Charme daherkam und uns mit Freude auf den Nachfolger waren liess. Dieser ist jetzt da. Und er klingt wie ideenloser, pseudofröhlicher Kindergartenpop. The Hooser haben also entschärft statt zugespitzt. Schade, schade. Wo wir doch so viel Hoffnung hatten.
Laura López Castro & Don Philippe: «Optativo» (Nesola/Sony)
Die deutsch-spanische Sängerin und der deutsch-französische Gitarrist wissen, wie man gute Geschichten gut erzählt: Sehr einfach, von einer ruhenden Mitte heraus und mit Hingabe und Witz gleichermassen. Auch auf ihrem dritten Album (grossartiges Cover) bleibt das in Stuttgart heimische Duo schlicht und einfach: schön. Würden sie ihr Instrumentarium etwas erweitern, könnte man sie problemlos als Nachfolger von Lhasa selig bezeichnen. Life zu geniessen: 30.9. Chur, Werkstatt; 1.10. Zürich, Moods; 2.10. Thun, Café Mokka; 3.10. Freiburg, Jazzhaus.
Apropos tolles Frau/Mann-Duo: Heute es erscheint auch «Hawk», das neue Album von Isobel Campell und Mark Lanegan (Universal)
Matthew Dear: «Black City» (Ghostly International/Namskeio)
Unter seinem Pseudonym Audion veröffentlicht der Kulturanthropologe aus Texas schwere Dancefloor-Sounds, unter seinem bürgerlichen Namen pflegt er Minimal Techno. Wie sehr ihm das Drehen an Reglern Freude macht, zeigt er mit seinem neuen Album: Lasziv und druckvoll kommen die Beats, störrisch und geradlinig ist der Gesang. Eine Art Symbiose aus Supermax, New Order und Front 242. Für Tanz- und Electronica-Freunde ein Genuss!
Captain Cook und seine singenden Saxophone: «Nachts in Rom» (Sony)
Da stösst man als unvoreingenommener Hörer auf eine Band mit dem schrägsten Bandnamen seit langem und erwartet lustigen Schlager im Stil von Guildo Horn und Chris Rabatz, aber hey: Die meinen das todernst! «Volare» instrumental, «Spanischer Wein», dass derselbe schlagartig sauer wird... Aber macht nichts: Wir schenken das Album unserer Mutter und werden dafür wieder mal aus Liebe bekocht.