Schweizer Designer-Nachwuchs

Dienstag 16.03.2010
Redaktion Laura Catrina

Am Samstag zeigten die Absolventen des Instituts Mode-Design der HGK Basel ihre Abschluss-Kollektionen. Wir haben im Vorfeld mit drei der 21 Jung-Designer gesprochen und sie zu ihrer Abschlussarbeit und den Zukunftsplänen befragt.

NIRIA FREY

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Die 28-jährige Baslerin (unten, mit Mütze) zeigte eine tragbare und moderne Kollektion mit dem Titel "Saturnine by Newrea".

Was war deine Inspiration?

Ich hatte ein starkes Frauenbild im Kopf. Eine Heldin eines Computerspiels, das in einer düsteren Unterwelt spielt. Jedes Outfit steht für ein anderes Level in diesem Spiel. Die Heldin ist mal stärker, mal zerbrechlicher. So habe ich auch versucht, bei den Materialien mit diesen Gegensätzen zu spielen. Ich habe mir die Inspiration in dieser Fantasie-Welt geholt, aber ich wollte Kleider machen, die in der Realität funktionieren, also tragbar sind.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Ein Traum von mir wäre es, in Paris bei Lanvin zu arbeiten. Designer Alber Elbaz ist für mich der Meister der Drapierungen und ich würde gerne von ihm lernen. Aber auch ein Praktikum bei Gareth Pugh wäre toll. Ihm gelingt es immer wieder, eine Stimmungswelt zu erschaffen, die mir besonders gefällt.

MARTIN JASCUR

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Der Designer mit slowakischen Wurzeln nannte seine Abschluss-Arbeit "1.13/16.13".

Deine Kollektion ist von der Jahrhundertwende inspiriert. Inwiefern ist sie trotzdem modern?

Erstens habe ich mit einer von mir entwickelten, mathematischen Formel gearbeitet, welche den Schnitt der Kleidungsstücke bestimmt. Zweitens gibt es die Möglichkeit, ein Basic-Teil mit zusätzlichen Elementen zu erweitern. So kann man beispielsweise am Tag nur das Basic tragen und für den Abend das Zusatzteil dazu nehmen. Diesen Gedanken find ich sehr modern. Ich war fasziniert von einem Nachthemd aus der Zeit um 1900. Es war so unglaublich üppig und detailreich verarbeitet. Ich wollte etwas ähnliches für den Tag machen, etwas, das gemütlich, aber gleichzeitig auch so wunderbar opulent ist. Mir ist bewusst, das meine Mode nicht jedermanns Sache ist.

Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Ich plane ein eigenes Label zu gründen mit einer eher kleinen Kollektion, in einen familiären, sehr persönlichen Rahmen. Aber auch Stylings für Fotostrecken reizen mich.

VERENA ZELLER

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Die Aargauerin Verena Zeller zeigte Kleider, die mit dem Gegensätzen von Gestern und  Morgen spielen.

Was inspirierte dich zu deiner Kollektion?

Ich habe sie nach "Palmyre", einem französischen It-Girl aus den 20er-Jahren, benannt. Sie hatte immer die tollsten Kleider an und war ihrer Zeit voraus – wie auch meine Kollektion es auf ihre Art sein soll. Mich interessiert das Zusammentreffen von der Vergangenheit und der Zukunft. Bei dem grünen Blumenkleid zum Beispiel sind der Druck und der Stoff altbacken, durch den Schnitt wird es jedoch sehr modern. Die Form übersetzt es in die Zukunft. Auch die Bewegung der Kleider war mir wichtig. Jedes Kleid verändert sich, sobald die Trägerin in Bewegung ist. 

Was machst du nach deinem Abschluss?

Ich würde mich gerne vertieft mit der theoretischen Recherche befassen. Auch für diese Kollektion habe ich im Vorfeld intensiv recherchiert. Vielleicht mache ich einen Master-Studiengang. Auf jeden Fall möchte ich für eine Zeit ins Ausland gehen, um auch ausserhalb der Schweiz Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln.

Ebenfalls zu unseren Favoriten zählten die Kreationen von MIRIAM NIEDERHÄUSER, YANA RYABENKAYA und THOMAS GYSLER:

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Miriam Niederhäuser arbeitete mit handwerklicher Technik: Ihre Kleider überzeugten mit raffiniertem Strick.

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Futuristisch und sehr modern waren die Kreationen von Yana Ryabenkaya. Die scharf geschnittenen Jacken und Mäntel erinnerten an Balenciaga.

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Auch für die Männer gab es etwas zu sehen: Die schönste Herren-Kollektion zeigte Thomas Gysler.

(Alle Bilder: Boris Marberg, Wolfgang Woehrle, Shoji Fujii)

Die Kontakte zu den Designern sowie alle 21 Abschluss-Kollektionen unter web.fhnw.ch/hgk/imd/diplom//10/.

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