Ausgerechnet in Island hat der Giga-Konzern namens LoveStar, der Microsoft wie eine KMU aussehen lässt, seinen Hauptsitz. Die Firma hat im Norden der Insel den gigantischsten Vergnügungspark der Welt hingeklotzt, und hierher pilgern auch alle Menschen, um sich liebesmässig berechnen zu lassen. Die Partnerwahl wird nämlich nicht mehr dem Zufall überlassen, LoveStar bringt passende Singles zusammen. So will man Harmonie unter den Menschen, ja gar den Weltfrieden herstellen. LoveStar kontrolliert nicht nur die Geschäfte der Liebe, sondern auch die des Todes. Beerdigungen gelten als unhygienisch, herzlos und pfui, Tote werden mittels Raketchen ins All geschossen, wo sie als helle Sterne verglühen. Die Geschichte, die in der nahen Zukunft spielt, laviert irgendwo zwischen George Orwells "1984", Monty Pythons Flying Circus, Douglas Adams' "Per Anhalter durch die Galaxis" und Herzschmerzkitsch à la Nicholas Sparks. Autor Andri Snaer Magnason beweist mit LoveStar (Verlag Lübbe), dass die Nordländer nicht nur das blutige, düstere Krimi-Genre draufhaben, sondern auch das Heiter-Absurde.