Text: Anita Lehmeier
Kathryn Bigelow
Die Nacht der Oscars war die Nacht der Frauen: Erstmals ging ein Regie-Oscar an eine Frau, Kathryn Bigelow. Nicht genug, ihr Film "The Hurt Locker" ist laut Jury der beste des Jahres. Gratulation an die einzige Frau im Action-Gewerbe Hollywoods. Dass sie, die einen harten Film über das Handwerk des Krieges gemacht hat, bei der Übergabe ein Tränchen verdrückte, macht sie uns umso sympathischer. Ebenso, dass sie umwerfend ausgesehen hat! "The Hurt Locker" holte sechs der Trophäen, glatt das Doppelte des Favoriten "Avatar". Regie beim süsslichen wie bombastisch kriegerischen Fantasy-Spektakel drehte übrigens Bigelows Ex-Mann, James Cameron.
Sandra Bullock
Ebenfalls feuchte Augen hatte die zweite grosse Überraschungssiegerin des Abends, Sandra Bullock, die wie immer mit Charme, Schönheit und Humor bezauberte, als sie das Goldmännchen von Sean Penn, dank seinem letztjährigen Oscar mit der Filmindustrie versöhnt, entgegennehmen durfte. Jetzt freuen wir uns drauf, sie in "The Blind Side" bald im Kino geniessen zu dürfen, als Blondine. Sandra Bullock zeigte sogar im hoch emotionalen Moment Grösse und lobte die Aussenseiterin Gabourey Sibide (der 170-Kilo-Teenager war für ihre eindrückliche Leistung in "Precious" nominiert). Bravo, Sandra!
Jeff Bridges
Jeff Bridges nahm nach fünf Nominationen seit 1971 den ersten Oscar entgegen, in Gucci. Im Film "Crazy Heart" zeigt er sich legerer. Unser Lieblingsfilm, "A Single Man" von Tom Ford, ging leer aus, leider. Und das schönste Kompliment durfte Penélope Cruz entgegennehmen: Christoph Waltz, geehrt für seinen smarten Nazi in "Inglorious Basterds" meinte: „Oscar und Penélope, that's the Über-Bingo!“ Insgesamt eine unaufgeregte, fast tränen- und vollständig skandalfreie Oscar-Nacht – ganz im Zeichen der Frauen.
Christoph Waltz
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