Text: Christian Hug
Das amerikanische Musikmagazin «Rolling Stones» hat vor einigen Jahren den Song «Like A Rolling Stone» von Bob Dylan zum besten Song aller Zeiten gekürt. Ha ha! Das ist, als würde das deutsche Nachrichtenmagazin «Stern» die Deutschpop-Band Die Sterne zur besten Band aller Zeiten ernennen... Also wenn man mich fragt: «Hey Joe» von Jimi Hendrix ist der ewig gültige beste Song der letzten tausend Jahre! Er handelt von Liebe und Leidenschaft, Drama und Verzweiflung. Ein mehrsaitig gespielter Einstiegs-Akkord öffnet den Horizont, der Song hat klare, einfache Strukturen, aber scheint trotzdem zu mäandern, er ist an den Rändern luftig. Das Gitarrensolo ist klar und ergreifend und trotzdem scheinbar ausufernd, und am Schluss das passende Fade-out. Ewig und gültig. Jimi Hendrix starb vor 40 Jahren 28-jährig an einer Heroin-Überdosis. Seither blieb sein Gitarrenspiel ungeschlagen.
Die Liste der seither erschienenen Live-Mitschnitte, qualitativ lausigen Sessionaufnahmen und halbfertigen Songs ist schier endlos. Aber heute ist ein grosser Tag: Heute erscheint das Album «Valleys Of Neptune» (Sony): Zwölf neue, komplett im Studio gefertigte und sauber produzierte Hendrix-Songs! Die Songs schliessen die Lücke zwischen dem 1968 releasten «Electric Ladyland» und Hendrix' unvollendetem Longplayer «First Rays Of The New Rising Sun» von 1970. Halleluja!