Einen langen grauen Rauschebart hatte er seit Geburt an, heute Sonntag, den 22. November, wird der Kinderstar 50 Jahre alt: das Sandmännchen!
Sandmanns Intro klingt Erwachsenen noch heute in den Ohren: "Nun liebe Kinder geb fein acht, ich hab euch etwas mitgebracht." Gererationen von Blagen klebten an den Bildschirmen und zogen sich die harmlos-putzigen Geschichten des Zwergen mit der Zipfelmütze rein, bis zum Abschiedsgruss: "Auf Wiedersehn und schlaft recht schön". Dann folgte noch fünf Minuten Trotz und Geschrei gegen das elterliche Schlaf-Diktat, dann war Lichterlöschen. Kaum ein Knopf, der nicht nach dem Genuss der süssen Klängen schnurstracks in die Heja geschickt wurde.
Das Männchen, das Kindern nun seit 50 Jahren Sand in die Augen streut, auf dass sie müde werden und klaglos ins Bett marschieren, basiert auf dem Sandmann aus Erzählungen von E. T. A. Hoffmann und Hans Christian Andersen, der unbestritten besten Märchenautoren aller Zeiten. Als telegener Gute-Nacht-Geschichten-Erzähler flimmerte der Sandmann erstmals 1959 über die noch schwarzweissen Bildschirme. Die Weltpolitik sorgte für einen quasi-schizophrenen Schub zum Kinderliebling, bald gabs drei verschiedenen Sandmännchen im geteilten Deutschland. Der DDR-Klon wurde 1990 aus dem Programm gekippt - und nach Protesten des Publikums schnell wiederbelebt. Sein finales Ende fand der Ost-Sandmann mit dem Sendeschluss des DFF, dem Ossi-TV.
Alles über die Kunst- und Kultfigur Sandmann hat Volker Petzold in einem Buch zusammengetragen (Verlag Edel). Für Nostalgiker und Eltern mit nimmermüder Brut ein Muss und eine Hilfe...
