Der Goldpreis ist am Boden

Mittwoch 01.02.2012
Redaktion Sherin Hafner

Musiker Elton John glänzt in seiner neuen Las-Vegas-Show.

Musiker Elton John glänzt in seiner neuen Las-Vegas-Show.

So schön wie eine Goldmedaille: der Brogue von Patrick Cox für

So schön wie eine Goldmedaille: der Brogue von Patrick Cox für

Geox.

Haste Töne? Aber klar doch!

Haste Töne? Aber klar doch!

Betritt ein Exzentriker wie Elton John die Bühne, muss auch das Styling auffallend sein – von Kopf bis Fuss. Für seine neue Show "The Million Dollar Piano" in Las Vegas greift der Brite zu nichts geringerem als golden glänzenden Schuhen. Den klassischen Brogue mit Schwalbenschwanz in laminiertem Leder entwarf Designer Patrick Cox für Geox. Den Hingucker gibt es mit atmungsaktiver, wasserdichter Sohle und in weiteren schimmernden Tönen. Schmückt fast so schön, wie Edelmetall am Finger.

Von Kunst- und Fehlgriffen

Freitag 27.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

Heidi Klum und Seal sind kein Paar mehr. Seals nächster Song wird wohl «Kiss From A Rosendorn» heissen. Und Göläs nächster Hit heisst «I ha di nümm gärn», weil er und Sibylle Marti, die sind ja jetzt auch getrennte Leute. Gölä und Seal können ab sofort die Frau Aniston anrufen, die soll ja worldsexyest, most intelligent und totally einsam sein. Wir besuchen derweil die «Bon Voyage»-Tournee von Anna Rossinelli (Daten auf www.annarossinellimusic.com/events) und geniessen: Neue Musik zum Wochenende.

Text: Christian Hug

Leonard Cohen 
Leonard Cohen: «Old Ideas» (Sony)
Wenn der grosse alte Mann ein neues Studio-Album veröffentlicht (nur 12 in 44 Jahren), zwingt uns Ehrfurcht in die Knie. Zu recht natürlich, auch wenn auf «Old Ideas» wie immer die Musik so gut wie keine Rolle spielt, weil sie nur der Klangteppich für Cohens tiefsinnig reflektierte Texte ist. Diesmal singt beziehungsweise brummelt der Meister vom Leben und dass dieses wohl bald zu Ende geht. «Old Ideas» führt uns nebenbei vor Augen, wie sehr wir im allgemeinen Pop-Trubel vergessen haben, auf die Texte zu achten. Oder weiss jemand, wovon Lady Gagas «Alejandro» handelt?

 

Lana del Rey 
Lana del Rey: «Born To Die» (Universal)
Ähnlichen Fragen wie Cohen geht die Frau nach, deren Debüt als the newest the hypest the freshest gehandelt wird, nur mit viel mehr Gelassenheit, Ironie, grosser Selbstinszenierung und noch grösseren Gesten www.lanadelrey.com . In der Tat ein grossartiges Album, eines, das Pop- und Gothic-Freunde genauso vereint wie Emo- und Singer/Songwriter-Anhänger. Lana bestätigt das Vorschlusslob, die sie mit 10 Millionen Klicks auf ihren Youtube-Clip «Video Games» erhalten hat, mühelos: schön, melancholisch, hinreissend und mit eindringlicher Stimme. Und ja: Da muss mindestens ein halber Liter Silikon in dieser Oberlippe sein... Jetzt ist übrigens der richtige Moment, auf das Album «Mirador» von Tarnation aus dem Jahre 1997 hinzuweisen.

 

Sean Paul 
Sean Paul: «Tomahawk Technique» (Warner)
Sean Paul war einst die internationale Speerspitze des Dancehall-Reggaes/Raggamuffin, sein 2005er-Album «The Trinity» war auf der Höhe der Kunst, sexy, slick und funky. Aber das hier? Herrje! Sean Paul biedert sich den Dancefloor-Trends an, wie ihn Black Eyed Peas und Lady Gaga zelebrieren: stumpf und konturlos vor sich hin treibende Tracks ohne Sinn und Verstand (wenn schon, dann müsste man das zur Kunst extrapolieren, wie das zum Beispiel Justice beherrschen oder LMFAO). Bis zum Song Nummer sieben müssen wir warten, bis Sean Paul seine alte Stärke aufblitzen lässt. Aber dann geht’s gleich wieder weiter mit lauwarmer Luft. Und überhaupt: Was soll diese peinliche neue Frisur?

 

Die Aeronauten 
Die Aeronauten: «Too Big To Fail» (Aeronauten)
Wir gratulieren herzlich: Die Aeronauten feiern ihr 20-Jahre-Jubiläum! Und schenken sich selber und der Welt keine Best-of (die hatten wir ja schon 2005), sondern ein neues Album, dafür ein doppeltes: 12 korrekte Aeronauten-Rumpelsongs auf der einen und 14 zauberhaft verspielte Instrumentals auf der anderen CD, zusammengefasst unter dem programmatischen, weil ironischen Titel «Too Big To Fail». Dass es diese Band nun schon so lange gibt, ist vor allem dem Aeronauten-Mastermind Olifr Guz Maurmann zu verdanken: Ein Maniac, der unbeirrt und in schon fast manischer Regelmässigkeit Songs schreibt, die die ganze Sache mit dem Leben und dem Weltschmerz nicht so ernst nehmen, dafür umso charmanter scheppern, rumpeln und kacheln. Für Aeronauten-Kenner ist dieses Werk also diskussionslos ein Muss. Für alle, die das knarrige Sextett noch nicht kennen: Reinhören! Zum Jubiläum ist die Band wieder mal auf grosser Tournee, Daten unter www.aeronauten.ch/html/konzerte.php

 

Professor Green 
Professor Green: «At Your Inconvenience» (EMI)
Fans haben das zweite Album des englischen Hip-Hop-Newcomers schon längst aus England importiert, wo «At Your Inconvenience» bereits Ende Oktober erschienen ist. Jetzt ist das Album offiziell auch bei uns erhältlich, und das zu unserer Freude: War das Debüt «Alive Till I’m Dead» noch weitestgehend amtlicher Rap, nähert sich der Professor nun offensiv dem Dubstep und dem Pop und öffnet sich so neue Räume, innerhalb derer er munter rumpröbelt und insbesondere bei den poppigen Tunes Gastsängerinnen zuzieht. Man kann dem Ganzen getrost auch Grime sagen, auch wenn die zweite Hälfte des Albums aus verhältnismässig ruhigen Tracks besteht. Durch die neue Bandbreite der Stile läuft Professor Green zwar Gefahr, den roten Faden zu verlieren, aber angesichts der meist starken Tracks wollen wir über diesen Makel hinwegsehen. Auch weil schon lange niemand mehr so augenzwinkernd nonchalant «Don’t Piss Me Off» gesagt hat.

Und noch ganz kurz:
Penelope Houston: «On Market Street» (Irascible) Folksängerin für Oldschool-Freunde.
Christina Perri: «Lovestrong» (Warner)The new Pop-Stern?
Gym Class Heroes: «The Papaercut Chronicles II» (Warner) Ami-Alternative mit Selbstironie.

Jetzt kracht’s!

Mittwoch 25.01.2012
Redaktion Sherin Hafner

"The Hangover"-Star Zach Galifianakis und "Med Man"-Actrice January Jones können sich nicht leiden. Fotos: Dukas. "The Hangover"-Star Zach Galifianakis und "Med Man"-Actrice January Jones können sich nicht leiden. Fotos: Dukas.

"The Hangover"-Star Zach Galifianakis und "Med Man"-Actrice January Jones können sich nicht leiden. Fotos: Dukas.

Daniel Craig wird vom Bond zum Bösewicht, wenn es um die Reality-TV-Schwestern Kardashian geht. Fotos: Dukas. Daniel Craig wird vom Bond zum Bösewicht, wenn es um die Reality-TV-Schwestern Kardashian geht. Fotos: Dukas.

Daniel Craig wird vom Bond zum Bösewicht, wenn es um die Reality-TV-Schwestern Kardashian geht. Fotos: Dukas.

007 Daniel Craig hält nichts von britischer Zurückhaltung, wenn er auf das Thema "The Kardashians" zu sprechen kommt. Besonders die Schwestern aus dem Fernseh-Clan sind ihm ein rotes Tuch. "Sie werden dafür bezahlt sich wie f...ing Idioten zu benehmen. Und das wird auch noch im TV gezeigt!", sagte er. Irgendwie hat er nicht Unrecht... Auch die Schauspieler Zach Galifianakis und January Jones haben keinen Narren an einander gefressen. Als sie sich an einer Party negativ über ihn äusserte, konterte der bärtige 42-Jährige: "In ein paar Jahren, kräht kein Hahn mehr nach dir. Sei also besser nett, damit du wenigstens in guter Erinnerung bleibst." Starlet Lindsay Lohan ist natürlich auch dabei, wenn es um deftige Worte und Gesten geht. Diesmal wurde allerdings das Starlet zum Opfer einer Verbal-Attacke von "Golden Girl" Betty White. Zickenkrieg tobt zwischen den Blondinen Kelly Osbourne und Christina Aguilera. Als die etwas fülliger gewordene US-Sängerin im hautengen Anzug auftrat, fuhr Kelly ihre Krallen aus: "Sie hat mich jahrelang als pummelig bezeichnet. So fett war ich aber nie." Unnett auch, was Sänger Justin Bieber ab und zu über sich ergehen lassen muss. Der Teenie-Star kommt sogar in einem Song des Rappers Eminem vor: "Gott kümmert sich einen Sch.... um Bieber, macht er das? Was für ein Dämon, ein Ungeheuer, das Böse scheint einfach durch ihn durchzusickern."  Damit läuft der Rüpel-Rapper Gefahr, dass Biebers Fangemeinde richtig böse auf ihn wird. Ob eine Fehde unter Promis als PR-Masche angezettelt wurde, und ob sich die Streithähne wieder versöhnen, lässt sich in jedem Fall mit Amüsement beobachten. 

Woody Allens Barcelona-Band spielt in Stans

Dienstag 24.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

Giulia y los Tellerani spielen in Stans

Lieferten den Soundtrack zu Woody Allens Filmen "Vicky Cristian Barcelona" und "You will meet a tall dark stranger": Giulia y los Tellarini

Die vielköpfige Band aus Barcelona sorgten letzten Mai an den Filmfestspielen in Cannes für Aufsehen bzw. Aufhorchen. Die bunte katalanische Combo ist seit der Zusammenarbeit mit Woody Allen weit über Musikerkreise hinaus bekannt geworden. Am kommenden Samstag, den 28. 1. wagen sich Giulia y los Tellarini aus mediterranen Gefilden ins Winterland Schweiz und spielen im Kollegium St. Fidelis in Stans, Vorverkauf www.starticket.ch 
Bevor die Spanier loslegen gehts schon musikalisch zu: Es wird ab 19.30 Uhr das Programm der nächsten Stanser Musiktage verkündet, die vom 15. bis 21. April die grosse weite (Klang-)Welt ins Winkelried-Dorf bringen. Für einzelne Konzerte hat der Vorverkauf bereits begonnen, Infos und Tickets auf www.stansermusiktage.ch

Klimper und Klampfen

Freitag 20.01.2012
Redaktion Barbara Pastore

Knackeboul ist mit «Moderator» (TBA) wieder rappend unterwegs, Locolove spielen auf «Coming Home» (Nation) radiotauglichen Pop, den The Bianca Story auf «Coming Home» (Irascible) mit etwas grösserer und witzigerer Geste spielen. Soviel zum Einstieg. Neue Musik zum Wochenende.

Text: Christian Hug

First Aid Kit

First Aid Kit: «The Lion’s Roar» (Pias/MV)

In ihren Videos tun die beiden schwedischen Schwestern Klara und Johanna Söderberg kaum mehr, als zu sitzen und zu singen. Aber das tun sie so herrlich, dass ihr Debüt-Album «The Big Black & The Blue» 2010 zu einer Art Untergrund-Hit wurde: klare, tragende Stimmen, schöne Duette, eingängige Lieder zwischen Folk und altem Schlager. Nun schieben die beiden neue Lieder nach, und natürlich sind auch diese wieder bezaubernd. Vor allem dann, wenn sie folkige Melodien aufgreifen und ihre Stimmen mit ein wenig Hall verstärken (letzteres ist durchgehend der Fall). Am 20. Februar spielen die Erste-Hilfe-Schwestern live im Mascotte in Zürich.

The Biuti of Gemina

The Beauty of Gemina: «Iscariot Blues» (Universal)

Nachtrag von letzter Woche: Sie sind die Helden der Melancholie, auch wenn es nicht viel braucht, Held zu sein, weil es ausser Lacrimosa kaum veritable Konkurrenten gibt in der einheimischen Schwarzkittelszene. Mit ihrem neuen, vierten Album treffen die drei Freunde von Beauty of Gemina so präzise wie noch nie die Atmosphäre der Postpunk-Depro-Ära, die von Bands wie Sisters of Mercy, Cure, Echo and the Bunnymen oder Fields oft he Nephilim geprägt wurde. Das ist gut, sehr gut. Denn Beauty of Gemina kümmern sich in erster Linie um die Songs und nicht, wie leider weitverbreitet, um Kindergartenlyrik-Seelenschmerz.

Am 10. März feiern die drei Zürcher ihr neues Album mit einem Konzert im X-tra in Zürich, dann sind einige Konzerte im Ausland angesagt, unter anderem in Gent und Bochum.

Liz Green

Liz Green: «O, Devotion» (Musikvertrieb)

Wer First Aid Kit mag, mag auch Liz Green: Die englische Singer/Songwriterin ist tief im Blues verwurzelt, reduziert auf ihrem Debüt die Songs oft aufs Notwendige und bringt dafür allerlei Klimperinstrumente zum Einsatz. Erstaunlich bis irritierend ist Liz Greens kehlige Stimme, die gut trägt und klingt, als stecke ihr eine Kröte im Hals. Das führt bei Songs, die leicht swingen und scheppern, zum bemerkenswerten Effekt, dass sie klingen wie Originalaufnahmen aus den Dreissigern. Schönes Album für Liebhaber. Heute gastiert Liz live im Bad Bonn in Düdingen, morgen im Parterre in Basel.

Fox

Fox: «2012» (Sony)

Und wieder mal entspringt ein Spross aus dem Krokus-Firmament, diesmal mit Ex-Mitgliedern von Krokus, Kraak (Post-Krokus/Prä-Gotthard) und Treekillaz, angeführt von Mark Fox und betreut von Chris «der nu wieder» von Rohr. Entsprechend weiss man haargenau, was man kriegt: Oldschool-Rock aus den Siebzigern, ebenso gut gespielt wie antiquiert. Passt perfekt ins Repertoire des Labels Frontiers.

Stahlmann

Stahlmann: «Quecksilber» (AM/Musikvertrieb)

Apropos Rock: Stahlmann aus Deutschland überraschten vor zwei Jahren angenehm mit ihrem selbstbetitelten Debüt: Da konnte wieder mal eine Deutsche-Härte-Band ernsthaft mit Rammstein verglichen werden. Der Nachfolger aber klingt nun plötzlich wie eine etwas griffigere Version von Unheilig mit entsprechend platter Gothik-Poesie und halbtanzbaren Elektro-Einschüben, kurz: handelsüblicher Gothic-Rock von der Stange, mässig spannend. Schade. Vielleicht müssen sich Stahlmann sogar den Vorwurf gefallen lassen, sich opportunistisch den Hitparade-Trends anzupassen.

Recht lustig...

Freitag 20.01.2012
Redaktion Barbara Pastore

Es geht weiter: Neue Musik zum Wochenende

Freitag 13.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier


 

Wenn du nicht weisst, was es ist, dann ist es Jazz, dachte sich das Trio Zürihorn und kombiniert auf «Wanderlust» (Unit/Musikvertrieb) Alphorn mit Didgeridoo. Und wenn es bedrohlich klingt, dann ist es Trent Reznor, der zusammen mit Atticus Ross den Soundtrack zu «The Girl With The Dragon Tattoo» (Mute/Musikvertrieb) veröffentlicht mit dem coolen Remix von Led Zeps «Immigrant Song». Wir sehen: Das neue Musikjahr hat begonnen, wir freuen uns! Neue Musik zum Wochenende.

 

Text: Christian Hug

Marsimoto Temple Of Speed

Marsimoto: «Grüner Samt» (Sony)
Temple Of Speed: «10 Tracks Volume II» (Sterneismusik/Bakara/Nation)
Hip Hop: Martin Laciny aka Marteria aka Marsimoto hat sich wieder die grüne Maske aufgesetzt und bespricht mit hochgepitchter Stimme den Sinn des Lebens rund um die Häuser Deutschlands. Das Alter Ego von Marteria spielt dabei wieder mit kühlem Downtempo-Minimalismus und dicken Bässen, während seine Worte poetisch in den Rhythmus eingebettet sind. Klingt wie Kraftwerk meets Fischmob mit der geistigen Haltung von Kinderzimmer Productions. Das ist zwar inzwischen nicht mehr bahnbrechend, aber erfrischend eigenwillig und souverän. Schönes Detail: das in grünem Samt gehaltene Artwork.
Derweil verfolgen Tinguely dä Chnächt, Skor und Sterneis ihre Idee weiter, (Mundart-)Rap zu seinem Ursprung zurückzuführen, indem sie innert weniger Tage im Sinne einer Jam-Session zehn Tracks einspielen (daher der Bandname), die von der Kraft routinierter Spontanität getragen sind. Man könnte sagen: Scripted Freestyle. Für die zweite Runde hat das Trio den Zürcher Altmeister EKR ins Studio geholt, es ist «dune mit em King»: Er gibt den neuen Tracks mehr Weite und Grösse, der DJ und die drei Rapper harmonieren wunderbar. Und die erneut oft eingestreuten Samplings aus dummbatzigen Talkshows geben dem Album eine sozialkritisch-lakonische Note. Wir freuen uns auf Teil 3.

 

The Little Willies Lindi Ortega

 

Little Willies: «For The Good Times» (EMI)
Lindi Ortega: «Little Red Boots» (Last Gang/Limmat)
Country: Schön, wenn man Freunde hat, Country und insbesondere Willie Nelson mag, gerne in Bars spielt, aus New York stammt und eine von den Freunden Norah Jones heisst. So ist den Little Willies die Aufmerksamkeit des Publikums sicher. Auch auf ihrem zweiten Album spielen die fünf Freunde klassischen amerikanischen Country von Loretta Lynn über Kris Kristofferson und Willie Nelson bis Dolly Parton und Johnny Cash. Perlt heiter vor sich hin und stellt keinerlei Ansprüche an Nachhaltigkeit: Eine angenehm anzuhörende Fingerübung.
Derweil die Kanadierin Lindi Ortega endlich ihr Debütalbum veröffentlicht, nachdem sie Brandon Flowers supportet und im Chor von Kevin Costner gesungen hat und nun ihr Markenzeichen gleich als Albumtitel wählt, damit man sie schnell wiedererkennt. Letzteres wäre nicht nötig: Lindi klingt wie eine Mischung aus Dolly Parton und Sheryl Crow, beide zu Anfangszeiten, mit einem Schuss Oldschool-Rockabilly, klarer Stimme und viel Charme. Da kommt man doch glatt ins Mitwippen, so erfrischend klingen die 12 Tracks. Ihr einziges Schweizer Konzertgibt sie übrigens am 28. Februar im Zürcher Mascotte. Das schauen wir uns gerne an.

 

TrailertrashTracy 
Trailer Trash Tracy: «Ester» (Musikvertrieb)
Da jubeln wieder mal alle gemeinsam: Das Quartett aus London mit dem eigenartigen Namen erntet viel Lob von Publikum und Presse für ihre abgehobene, sanft mäandernde Musik, die zu luzid vor sich hin schwebt, um als Pop durchzugehen, und zu melodiös ist, um als Avantgarde zu gelten. Und abgesehen davon auch von zu vielen Quellen Inspiration anzapft. Shoegaze nennt sich dieses Genre, das zwischen Postpunkt-Depro und Prä-Pop-Emo angesiedelt ist. So in etwa. Wir schliessen uns der allgemeinen Begeisterung an.

Walt Disneys "FANTASIA" mit Live-Musik im KKL

Mittwoch 04.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

KKL

Bietet den futuristischen Rahmen für Disneys FANTASIA am 14. und 15. Januar: das KKL by night.   © Foto Luzern Tourismus

Der zauberhafte Trickfilm-Klassiker FANTASIA aus den Disney Studios von 1940 und 2000 kommt auf Grossleinwand ins KKL Luzern und wird live vom 21st Century Symphony Orchestra begleitet, unter der Leitung von Ludwig Wicki, am Piano Louis Schwitzgebel. Diese Weltpremiere findet am Samstag, 14. Januar, 19.30 Uhr statt, am Sonntag 15. Januar gibt es zwei weitere Vorstellungen, als Matinée um 11 Uhr und abends um 18.30 Uhr.

Zauberlehrling Mickey dirigiert eine Besen-Putztruppe

Zauberlehrling Mickey dirigiert eine Besen-Putztruppe.  © Filmstills Disney Enterprises Inc.

Den Event sollten sich alle Disney-Fans merken, ebenso Anhänger klassischer Musik. In Zusammenarbeit mit Disney hat das auf die Aufführung von Filmmusik spezialisierte Sinfonieorchester aus Luzern eine Auswahl der Kurzfilme zu einem abendfüllenden Konzertprogramm zusammengestellt. Das Orchester sitzt wie zu Stummfilmzeiten unter der Leinwand und begleitet das cineastische Spektakel live. Zu hören sind als Auftakt Beethovens "Pastorale", die wohl berühmteste Episode aus FANTASIA mit Mickey Mouse als Zauberlehrling wird untermalt von Paul Dukas Komposition "L'Apprenti Sorcier". Beim Bild- und Klang-Ereignis erklingen Tschaikowskis "Nussknacker"-Suite, ebenso Gershwins "Rhapsody in Blue", Stravinskis "Feuervogel", Claude Debussys "Clair de Lune" sowie Edward Elgars "Pomp and  Circumstance".

Zauberlehrling Mickey Mouse in Fahrt.

Zauberlehrling Mickey Mouse in Fahrt.

Tanz der Flamingos

Tanz der Flamingos zu Stravinskis "Feuervogel".

Tschaikowsys Nussknacker-Suite

Zum Heulen schön: Tschaikowsys "Nussknacker"-Suite als Ballett.

Wer sich das Grossereignis nicht entgehen lassen will, bucht schnell Tickets online auf www.artproductions.ch oder www.kkl.ch oder telefonisch bei 041 226 77 77. Konzertinfo auf www.21co.ch

Oh mein Papa

Mittwoch 04.01.2012
Redaktion Sherin Hafner

Ein grosser Name kann Segen oder Fluch sein. Für Lucien "Lulu" Gainsbourg ist er offensichtlich beides. Der Sänger tritt erst jetzt mit 26 aus dem Schatten und wagt sich mit seinem Debüt-Album an die legendären Chansons seines Vaters Serge († 1991), die er neu bearbeitet hat. "From Lulu to Gainsbourg" heisst die CD, die von Musik-Ikone Marianne Faithfull mitproduziert wurde. Wie sein berühmter Papa umgibt sich auch Lulu gern mit schönen Frauen und lud etwa Scarlett Joahnsson dazu ein, mit ihm das Lied "Bonnie And Clyde" wieder zu beleben (vor mehr als 40 Jahren hatte Brigitte Bardot den Part gesungen). Vanessa Paradis kam zum Duett "Sous Le Soleil" und sogar ihren Liebsten Johnny Depp, der seit Jahren mit Lulu befreundet ist, konnte er überreden, zusammen mit Vanessa den Song "Ballade de Melody Nelson" aufzunehmen. Das Rampenlicht schmeichelt dem talentierten Spross aus dem Gainsbourg-Birkin-Clan, der offensichtlich das Kreativ-Gen geerbt hat. Mit seinem Hippie-Charme und seiner Optik – er wirkt, als wäre er direkt aus den späten 60er-Jahren angereist – wird er auch das Heute erobern.

Singin’ in the Snow

Dienstag 03.01.2012
Redaktion Sherin Hafner

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Alpiner Chic trifft auf britischen Style wenn in Klosters vom 18. bis 22. Januar 2012 die Sause losgeht. Acht Teams kämpfen beim Snow Polo hoch zu Ross um den Sieg. Die Nacht-Action begeistert sicher sportliche Geister, doch emotionale Hochgefühle sind auch abseits des Schnee-Polo-Feldes gewiss, wenn etwa die Band Duran Duran ein exklusives Konzert gibt. Die Kult-Musiker reisen mit neuen Hits ("Girl Panic!) im Gepäck zum Altitude Festival in den Nobel-Ski-Ort, um am 21. Januar  für Stimmung zu sorgen. – Haben Sie sich auch in den 80ern die Seele aus dem Leib gekreischt wegen Simon Le Bon und den anderen coolen Jungs? – Nicht nur die vier Briten werden eine Lawine der Begeisterung auslösen. Auch DJs, Strassenkünstler, Gourmetstände und Bars sorgen bis früh in den Morgen für Winterzauber.  

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