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Freitag 03.09.2010
Hin- und hergerissen sind wir diese Woche vom Angebot neuer Musik: Eine Band ohne Sängerin, dafür zwei Sängerinnen mit Kindern, ein Sänger mit Fremdsprache und eine Punkband ohne Punk. Das wollen wir uns genauer anhören: Neue Alben zum Wochenende Text: Christian Hug The Crayonettes: «Playing Out –Songs For Children And Robots» (Caw/Namskeio) Die amerikanische Folk-Sängerin Kathryn Williams (die mögen wir) und die Punk-Sängerin Anna Spencer treffen sich manchmal, damit ihre beiden Buben miteinander spielen können. Nun haben sie Kinderlieder eingespielt, die weder folkig noch punkig sind, sondern heiter-naiv. Das ist reizend. Vor allem, wenn Kathryn Sätze singt wie «There’s a sparrow up the tree, singing tralla-la-la-li». Aber weil unsere eigenen Kinder die englischen Texte nicht verstehen, müssen wir Erwachsenen die Musik alleine geniessen. 1000 Robota: «Ufo» (Buback/Nation) Das zweite Album des jungen Hamburger Trios wird uns als Punk-Sensation angepriesen. Punk? Ist der nicht längst tot? 1000 Robota klingen vielmehr so, als wären Tocotronic endlich aus ihrer Zivilisations-Betäubung aufgewacht und würden sich erinnern, dass sie ganz früher mal Bauhaus gehört haben. Aber immerhin: klingt interessant. Kimono: «Easy Music For Difficult People» (Kimi/Namskeio) Apropos interessantes Trio: Kimono ist eine isländisch-kanadische Dreierkiste, die eigenwilligen Gitarrenpop oder, wie man dem auch sagt, Math-Rock spielt, und das nun schon mit ihrem dritten Album. Natürlich sind wir selber üüüüüberhaupt keine komplizierten Menschen, aber wenn es um easy music geht, sind wir immer dabei... Und genau so klingt auch das Album. Gut gemacht! Und wenn wir schon bei gutem Gitarrenpop sind: Wer das neue Album von Arcade Fire mochte, mag auch: My Jerusalem: «Gone for Good» (One Little Indian/Namskeio), Charles De Bold: «The Lonesome Southern Comfort Company» Baschi: «Auf grosser Fahrt» (Universal) Gang bringe-n-uise! De Baschi hed jetz Tolle und singt hochdeytsch! Är hed, sicher ai mit viu Hiuf vo seynere Plattefirma, absoluit gar neyd la aabrenne und lifered suibiri Songs wo tenid wie Juli oder Silbermond. Sehrt suiber gsunge. Miär wiischid ihm nur s’Beschd. Und noch dieses Jahr soll sein neues Mundartalbum erscheinen. Tarja: «What Lies Beneath» (Universal) Die klassische Morcheeba-Situation: Wenn sich eine tolle Band von ihrer tollen Sängerin trennt, wie klingen dann die beiden solo? Nightwish und Tarja Turunen ghen seit fünf Jahren eigene Wege. Nightwish ohne Tarja verlor auf ihrem Album «Dark Passion Play» viel von ihrem Charme. Und Tarja verliert, wie sich jetzt auf ihrem ersten Soloalbum zeigt, ohne ihre alte Band den Druck und das bezaubernde, rasend schnelle Tempo. «What Lies Beneath» klingt, als hätte Kate Bush den Fantasy-Metal entdeckt. Hübsch und aber auch kitschig. Stonesour: «Audio Secrecy» (Roadrunner/Musikvertrieb) «Come What(ever) May», das letzte Album aus dem Jahr 2006, wurde im «Rock Hard» zum Album des Jahres gekürt. Mit «Audio Secrecy» wird das Nebenprojekt von Slipknot-Sänger Corey Taylor diese Auszeichnung definitiv nicht mehr kriegen: zu flofflig, zuwenig konzentriert und zu viele belanglose Balladen. Und ja: Und fast kein richtiger Metal mehr.
Donnerstag 02.09.2010
 Für diesen Herbst setzt Interio auf Grün als Einrichtungsfarbe. Helle Räume werden mit kräftigen Akzenten auf Glas, Keramik und Stoff in Wohlfühloasen verwandelt. Besonders schön ist der massive Eichentisch "El Mundo" für Fr. 1190.- und Sofa "Aramon", Fr. 999.-, mit elegant fallender Housse und romantischen Blumenkissen. www.interio.ch
Dienstag 31.08.2010
Im neuen digitalen Flagship Store von Gucci werden nahtlos Informationen, Produkte und soziale Netzwerke zusammengeführt, um den Besuchern der Homepage ein einmaliges Shopping-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem lädt die Designerin Frida Giannini auf gucciconnect.com als virtueller Gast zur kommenden Frühjahr-/ Sommerkolletion 2011 nach Mailand ein. Innovative Schaufenster-Hologramme, Instore iPad-Stationen u.a. laden zum verweilen ein. Zur Eröffnung wurde eine exklusive Accessoires-Kollektion entworfen, die ausschliesslich online zu erwerben ist.
Freitag 27.08.2010
In SEED WARRIORS und in THE EXPENDALBES wird hart gekämpft, dennoch könnten die beiden Filme kaum unterschiedlicher sein. Im Schweizer Dokfilm SEED WARRIORS gehts um den Kampf gegen den real existierenden Hunger in der Welt, im Actionfilm THE EXPENABLES prügelt sich ein Haufen angejahrter Kempen mit fiktiven Dikatatoren und noch viel heftiger mit der männlichen Menopause. Sehenswert sind beide Streifen - je nach Gusto. Darum hier der Reihe nach:
Im norwegischen Svalbard, 1000 Kilometer vom Nordpo entfernt, befindet sich die grösste Samenbank der Welt (Bild Stolleneingang). Im angeblich sichersten Gebäude der Welt, einem Stollen im Permafrost, lagern drei Millionen in Folie verpackte Samenproben aus aller Welt. Im Swalbard Tresor sollen sie sicher sein gegen Naturkatastrophen, Klimaveränderungen und sogar Atomschläge. Mit der internationalen Samenbank will man das Weiterbestehen der Artenvielfalt von Saatgut sichern. Im Film von Mirjam von Arx und Katharina von Flotow sind wir bei der feierlichen Einweihung der Samenbank dabei und können einen exklusiven Blick in den Pflanzentresor tun.
Der zweite Teil des Films führt nach Kenia, Afrika, (Bild) wo wir die Probleme von Maisbauern kennen lernen, und vielleicht eine Lösung in Person der Schweizerin Marianne Bänziger, die weltweit führende Mais-Expertin. Sie versucht mittels Kreuzungen dürreresistente Pflanzen zu züchten, um den Bauern die Ernten und der Bevölkerung die Nahrung zu sichern. Wer sich für die globalen Probleme und mögliche Lösungen interessiert, ist im Dokfilm SEED WARRIORS im richtigen Film!
Mehr Infos auf www.seedwarriors.com
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Wer eher Zerstreuung, Unterhaltung und Krawall sucht auf der Leinwand, dem empfehlen wir THE EXPENDABLES. Sylvester "Rocky/Rambo" Stallone hat für sich und seine muskelbepackten Hollywood-Kumpane eine wilde Story um eine freischaffende Söldnertruppe geschrieben, die sich selber als "Reinigungsmittel gegen hartnäckige Flecken" versteht. Der Flecken ist ein Diktator einer fiktiven Karibik-Insel, dessen üblem Treiben die good/bad guys ein Ende setzen wollen. Am Starwochenende hat Slys letzter Streich übrigens das Liebesdrama EAT PRAY LOVE mit Julia Roberts überholt und 35 Millionen Dollar eingespielt! Schon wahr: It's a man's world.
Die Handlung des Filmes ist eher zweitrangig, was besticht, ist die Cast-List: Stallone ist es gelungen, den ganzen Testosteron-Clan Hollywoods für seinen Film zu gewinnen. So treten erstmals die A-Klasse der Actionhelden gemeinsam auf, in grösseren oder kleineren Rollen: Jason "Transporter" Statham, Mickey "The Wrestler" Rourke, Arnold "Terminator" Schwarzenegger, Bruce "Die Hard" Willis, Jet "Fearless" Li, Dolph "Universal Sodier" Lundgren, Eric "The Specialist" Roberts, Randy "Redbelt" Couture und David "undefeated" Zayas. Und was tun die Herren so? Ein paar Impressionen:
Sie fixieren und filletieren ihre Gegner (Jason Statham)....
...oder schauen der Gefahr furchtlos ins Auge (Bruce Willis) © Filmstills Ascot Elite
Freitag 27.08.2010
Wir haben die Wahl: Wollen wir über die Schwierigkeiten diskutieren, sich im Leben zurechtzufinden – oder erstmal fröhlich tanzen? Dieses Wochenende sind beide Varianten möglich: Neue Musik zum Wochenende. Text: Christian Hug Gölä & Bellamy Brothers: «The Greatest Hits Sessions» (Universal) Unser Lieblings-Redneck wird nicht SVP-Nationalrat. Dafür vielleicht berühmt in Amerikas Country-Szene: Gemeinsam mit den Bellamy-Brüdern spielt er Bellamy- und Gölä-Hits neu ein. Das geht von heiter («Schwan» auf Englisch) bis schwabbelig («Some Broken Hearts» zum Mitheulen). Ist das jetzt schon Altherren-Country? Aber hey: Wer die Bellamys und/oder Gölä mag, wird dieses Album lieben. Wir sind Helden: «Bring mich nach Hause» (Sony) Fertig mit der «Reklamation», die köstliche Ironie aus «Rüssel am Schwanz»-Zeiten sind vorbei: Sängerin Judith Holofornes und Schlagzeuger Pola haben mittlerweile zwei gemeinsame Kinder und sind über 30. Jetzt schlagen sie sich mit den klassischen Zurechtfindungs-Problemen der Thirty-somethings herum. Kinder, Steuern, Treue. Das machen sie zwar gut, durchaus. Aber leider gänzlich humorfrei. The Qemists: «Spirit In The System» (Ninja Tune/Musikvertrieb) Immer noch glücklich vom absolut grossartigen Pendulum-Konzert am Heitere, sind wir fiebrig auf der Suche nach weiteren Bands, die Jungle, Big Beat und Dancefloor so genial verschmelzen wie eben Pendulum. Mit den Qemists aus England werden wir fündig und glücklich – und weil das bereits ihr zweites Album ist, machen wir uns natürlich sofort auch auf die Suche nach deren Debüt. Und wenn ihr schon im Laden steht: Fragt auch nach The Upbeat. Royal Republic: «We Are The Royal» (Roadrunner) Was tun, wenn man in Malmö, Schweden, zu Hause ist? Abrocken! Und zwar schnell, geradlinig und mit Witz. Royal Republic erfinden auf ihrem Debüt die Welt nicht neu, aber ihr Rock ist sowas von scharf akzentuiert und präzise konturiert, dass selbst Rock-Held Danko Jones Mühe hat, mitzuhalten. Übrigens ebenfalls ab heute in den Läden: «Women And Children Last» von den Murderdolls, dem Mitsing-Seitenzweig der Metalgötter Slipknot. Kim Wilde: «Come Out And Play» (Sony) Und jetzt mit den Händen über dem Kopf klatschen und die Hüften schwingen: Kim Wilde ist wieder da! Wir erinnern uns an die Achtziger, als die Blondine uns mit «Chequered Love» und «Kids In America» die Tanzabende versüsste. Jetzt singt sie neue Lieder, und die klingen so, als hätten die Neunziger und Nuller nie stattgefunden. Bye bye, Lady Gaga. Katie Perry: «Teenage Dream» (EMI) «I Kissed A Girl» war ein toller Popsong, auch wenn die Predigerstochter weder im Video noch im realen Leben je mit einem Mädchen geschmust hat (sie küsst ja bald Russel Brand auf ewig). Jetzt kommt Perry mit ihrem zweiten Album, das bekanntermassen als besonders schwieriges gilt. Tatsächlich: Perry pendelt auf «Teenage Dream» zwischen Cher, Christina Aguilera und Melanie Fiona und zielt krampfhaft auf das Zielpublikum 18-Jährige, findet aber kaum eine eigene Sprache. Und am Ende hat das Album denselben Makel wie das letzte Werk von Aguilera: Netter Versuch, aber klinisch halbtot.
Freitag 27.08.2010
Sicht auf das Grand Hotel Fasano, Gardasee Yoga-Lehrerin Alexa Lê beim Entspannen Schöner Schlafen in der Fünf-Sterne-Herberge in Gardone Riviera Die sportlichen Gastgeber Carlo Moratti und Alexa Lê Sport und Entspannung in edlem Ambiente bieten die Ferien von Pure1.ch. Vom 3. Oktober bis 10. Oktober 2010 können Interessierte im malerischen Ort Gardone Riviera trainieren und die Italianità geniessen. Auf dem Programm stehen Yoga, bodyART, Tennis, Reiten oder Golf. Die Einheiten werden von der bekannten Tänzerin, Yoga- und bodyART-Lehrerin sowie Esalen- und Shiatsu-Massage-Expertin Alexa Lê sowie ihrem Partner Carlo Moratti organisiert und unterrichtet. Im wunderbaren Ambiente des Traditions-Hauses Grand Hotel Fasano am Gardasee werden Sie die Tage und den Fünf-Sterne-Luxus (Spa, Parkanlage, Gourmet-Küche) bestimmt nicht vergessen. Toll für Paare: Für sie und ihn ist etwas dabei! Wer das einzigartige Konzept von bodyART (das Workout vereint die Aspekte von Yoga, Tanz, Atemtechnik und arbeitet mit der Einheit von Körper, Geist und Seele) vorab kennen lernen möchte, kann sich unter www.pure1.ch per Email anmelden und an einer Schnupperstunde teil nehmen. Und am bodyART-Event am 5. September im Airport Fitness am Flughafen Zürich können Sie intensiv mit den bodyART-Gründern Robert Steinbacher und Alexa Lê eintauchen in basic-, pure- und flow-and-stretch-Lektionen. Anmeldung unter alexa_le@yahoo.com. Preise ab 30 Franken. Die exklusive Ferienwoche vom 3. Oktober – 10. Oktober 2010 kostet ab 1 885 Franken im Doppelzimmer. Inkludiert sind alle Mahlzeiten, täglich Yoga- und bodyART-Lektionen, Ausflug zu einem Weingut, Inselrundfahrt und Überraschungsessen, Kochen mit dem renommierten Küchenchef des Grand Hotels Fasano. Anmeldeschluss ist der 6. September 2010.
Donnerstag 26.08.2010
The Prodigy: Die Briten treten am Sonntag am 1. Zürich Openair auf. The Hives: "Hate to Say I Told You So." Alternative Rock aus Schweden. Placebo: Erhielten 2009 den MTV Europe Music Award für den “Best Alternative Act”. Festivalgelände: Hier finden vom 27. August bis 29. August 45 Konzerte statt (keine Angst, eine Bühne und Bier und so hat’s selbstverständlich auch.) Man könnte meinen, Openairs gäbe es bereits genug. Aber nein, vor allem nicht mit dieser Besetzung! Das Zürich Openair versammelt 45 Bands, von Weltstars bis Geheimtipps, aus den Sparten Indie-Rock und Elektro. Darunter Placebo, The Prodigy, Mando Diao, Faithless, Underworld, Hole, Belle and Sebastian und Groove Armada – und die Zuger Band Joules, Sieger des grossen Band-Contests, an dem über 500 Musikgruppen teilgenommen hatten. Auf dem 95.000 Quadratmeter grossen Festivalgelände werden Restaurants und Bars aufgestellt und Marktstände. 6000 Spatz-Zelte können errichtet werden. Und sogar einen Coiffeursalon hat’s - falls das Wetter oder das Bier die Fönwelle ruiniert hat. A propos Wetter: Es soll ein wenig kühler werden und lokale Gewitter sind möglich. Aber insgesamt sehen die Prognosen nicht übel aus – zumindest ist das der Stand heute Donnerstagabend. 15.000 Besucher werden erwartet. Tickets zu 80 Franken pro Tag, 130 Franken für SA und SO oder 160 für alle drei Tage vom 27. bis 29. August 2010 unter www.zürichopenair.ch
Montag 23.08.2010
Katy Perry: Am 8. September in Zürich. Tickets werden verlost. Nix wie los! Eine kurze Eilmeldung… bevor der Server des kaufleuten.com zusammenbricht: Machen Sie gleich mit bei der Verlosung der Eintritte zum Auftritt von Katy Perry am Mittwoch, 8. September 2010. So nahe werden Sie der Pop-Diva nie wieder kommen! Anlass ist Perry neues Album “Teenage Dream”. Für das Zürcher Konzert von Brandon Flowers, Frontmann der Band The Killers, gibt es ebenfalls eine neue Verlosung. When you were young… Brandon Flowers von den “Killers” singt am Sonntag, 3. Oktober, im Kaufleuten.
Freitag 20.08.2010
Das Wetter soll ja wieder werden. Das ist gut: Mit einem sonnigen Gemüt geht man neuen Horizonten gerne entgegen. Diesen Mut brauchen Musikfreunde nämlich jetzt: Album-Neuheiten zum Wochenende. Text: Christian Hug Yannick Noah: «Frontières» (Sony) Seit bald 20 Jahren singt der ehemalige Weltklasse-Tennisspieler nun schon heitere Lieder, und man fragt sich mit jedem neuen Album wieder, ob er vielleicht nicht doch hätte weiter Tennis spielen sollen. Auch auf «Frontières» hält sich der freundliche französisch-kamerunische Wahl-New-Yorker mit altbackenem Achtziger-Singsang schadlos und wird damit ziemlich sicher wieder erfolgreich die bedürfnislose Mehrheit ansprechen. PS: Ebenfalls leicht und bekömmlich: «Eureka» (Universal) von Rooney. Black Label Society: «Order Of The Black» (Roadrunner/Musikvertrieb) Nicht alle Projekte, die der Rock-Gitarrero Zack Wylde anzettelt, sind Geniestreiche. Muss auch nicht, wenn sein Ziel in erster Linie feisser, Bier-kompatibler Rock heisst. Und das hat er mit seiner Black Label Society wieder mal erstklassig hingekriegt, diesmal sogar mit mehr fetten Hooklines als beim letzten Mal: rauer, tonnenschwerer, geradliniger Stonerrock mit der Wucht einer Lawine (und die eine und andere «Ballade»). Vollservice für harte Jungs und toughe Mädels! PS: Ebenfalls hard & heavy: «Blood Of The Nations» (Warner) von Accept. Esperanza Spalding: «Chamber Music Society» (Heads Up/Musikvertrieb) «Und kennst du Esperanza Spalding? Schreib dir den Namen auf. Sie ist genial.» Diese Empfehlung gibt im «Rolling Stone»-Interview kein Geringerer als Dancefloor-Übergott Prince! Er hat natürlich recht, auch wenn er damit seinen Fans viel Geduld und Gwunder abverlangt (aber anders kommen wir ja sowieso nicht weiter): Die Bassistin, Sängerin und Komponistin verbindet alte Kammermusik mit neuem Vocal-Jazz. Lange hinhören, entdecken, sich begeistern! Live übrigens am 28. Oktober am Zürcher Jazznojazz-Festival. !!!: «Strange Weather, Isn’t It?» (Warp/Musikvertrieb) Bei der Bezeichnung New-York-Underground-Progressive-Arty-Dancerock (oder so ähnlich) werden wir sofort hellhörig, weil uns da hedonistisch überdrehte Bands von Talking Heads bis LCD Sound System in den Sinn kommen. Die Band mit dem kurligen Namen !!! (ausgesprochen ChkChkChk) gehört hier seit einigen Jahren dazu. Im Vergleich zu «Myth Takes » von 2007 ist ihr neustes Werk aber auf befremdende Art gemässigt und glattgebügelt. Die Ecken, Kanten und das Überdrehte sind vernünftigen Kompositionen gewichen. Schade. Aber anhören sollte man sich das Album trotzdem: Wirklich schlecht ist es ja keineswegs. Live übrigens am 17. November im Docks in Lausanne. PS: Ebenfalls reinhören (dringend): «Surfing The Void» (Universal) von The Klaxons. Pale Sketcher: «Demixed» (Ghostly International/Namskeio) Man wird milder aufs Alter, im Fall von Justin Broadrick sogar sehr milde: Mit Napalm Death war er Miterfinder der ultraschnellen Metal-Variante Grindcore, mit Godlfesh spielte er erst harten und mit Scorn langsamen Industrial, mittlerweile ist Jesu sein eingängliches Gitarren-Projekt – und Pale Sketcher dessen elektronischer Ableger. «Demixed» ist eine Weiterbearbeitung älterer Remixe und durchs Band in angenehm fülligen Klängen sphärisch und chillig.
Freitag 20.08.2010
Ohne sie wär die Welt arg düster: Die Glühbirne. © Vitra Design Museum/Andreas Sütterlin Wir benützen sie täglich, es gibt sie milliardenfach weltweit, sie sind wohlfeil und unscheinbar. Ob Dübel, Reissverschluss, Büroklammer, Klebstreifen oder Glühbirne -obwohl ohne sie unser Leben sehr viel mühseliger wäre, schenken wir diesen heimlichen Helfern des Alltags nicht die ihnen gebührende Beachtung. Unserer Ignoranz macht nun das Vitra Design Museum in Weil am Rhein, einen Katzensprung von Basel entfernt, ein Ende. Das Museum ehrt die unscheinbaren Dinge mit einer sehr sehenswerten Ausstellung. Unter dem Titel Heimliche Helden. Das Genie alltäglicher Dinge kommen die kleinen Gegenstände ganz gross raus, und Besucher erfahren die Entstehungsgeschichte der Winzlinge, hinter denen immer eine grosse Idee steckt. Die Industrieprodukte verkörpern die Ideale der Moderne: Materialökonomie, ihr Fokus auf die Funktion, Einfachheit und Beständigkeit. Sie sind Musterbeispiele guten Designs, denn - man bemerkt sie nicht. Nach dem Besucher im Vitra Design Museum werden Sie, liebe Leserin, Ihren kleinen treuen Begleiter in der Handtasche mit ganz anderen Augen sehen. Nichts, was so klein ist und so schnell und einfach angewendet werden kann erzielt eine so grosse Wirkung - wie ein Lippenstift. Die heute neu eröffnete Ausstellung dauert bis zum 19. September, Infos www.design-museum.de
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