Nicht verpassen! "THE ARTIST", jetzt im Kino

Freitag 27.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

Plakat von The Artist

Wo Sie dieses Plakat sehen, da sind Sie im richtigen Kino! © Filmstills Praesens Films

Die Begeisterung ist gross und global: Der Film THE ARTIST wird von Publikum und Presse gleichsam bejubelt, und selbst die superpatriotische Hollywood-Academy nominiert die kleine französische Produktion für zehn Oscars, drei Globes haben die Macher schon bekommen.

Jean Dujardin und Bérénice Bejo

Folgen Sie der Einladung der Traumtänzer (Jean Dujardin und Bérénice Bejo). 

Der Schwarz-Weiss-Stummfilm ist das Kinoereignis der Saison, er feiert die Kinokunst der frühen, goldenen Jahre, als die Stars keine Worte brauchten, sie hatten Gesichter. So brachte das zumindest die grosse Gloria Swanson einst auf den Punkt. Botoxfreie - müsste man heute ergänzen.

Stummfilmstar George Valentin

Sein Stern ist im Sinken begriffen: Stummfilmstar George Valentin (Jean Dujardin).

Bérénice Bejo als Starlett Peppy Miller

Kucken Sie sich mal das Outfit an - WOW! Bérénice Bejo als Starlett Peppy Miller.

John Goodman

Freut sich wie ein Schneekönig: der Produzent Al Zimmer (John Goodman).

So viel Charme und Schmäh, Witz und Wärme, Frische und Fantasie gabs schon lange nicht mehr auf der Leinwand. THE ARTIST ist für Filmfans ein Must, und wer nur einmal pro Jahr ins Kino geht – jetzt ist der Moment gekommen, sich an der Kinokasse anzustellen - da kommt man jetzt nicht drumherum -  und sich von der Lichtspielkunst im dunklen Kinosaal verzaubern lassen.

Jetzt kracht’s!

Mittwoch 25.01.2012
Redaktion Sherin Hafner

"The Hangover"-Star Zach Galifianakis und "Med Man"-Actrice January Jones können sich nicht leiden. Fotos: Dukas. "The Hangover"-Star Zach Galifianakis und "Med Man"-Actrice January Jones können sich nicht leiden. Fotos: Dukas.

"The Hangover"-Star Zach Galifianakis und "Med Man"-Actrice January Jones können sich nicht leiden. Fotos: Dukas.

Daniel Craig wird vom Bond zum Bösewicht, wenn es um die Reality-TV-Schwestern Kardashian geht. Fotos: Dukas. Daniel Craig wird vom Bond zum Bösewicht, wenn es um die Reality-TV-Schwestern Kardashian geht. Fotos: Dukas.

Daniel Craig wird vom Bond zum Bösewicht, wenn es um die Reality-TV-Schwestern Kardashian geht. Fotos: Dukas.

007 Daniel Craig hält nichts von britischer Zurückhaltung, wenn er auf das Thema "The Kardashians" zu sprechen kommt. Besonders die Schwestern aus dem Fernseh-Clan sind ihm ein rotes Tuch. "Sie werden dafür bezahlt sich wie f...ing Idioten zu benehmen. Und das wird auch noch im TV gezeigt!", sagte er. Irgendwie hat er nicht Unrecht... Auch die Schauspieler Zach Galifianakis und January Jones haben keinen Narren an einander gefressen. Als sie sich an einer Party negativ über ihn äusserte, konterte der bärtige 42-Jährige: "In ein paar Jahren, kräht kein Hahn mehr nach dir. Sei also besser nett, damit du wenigstens in guter Erinnerung bleibst." Starlet Lindsay Lohan ist natürlich auch dabei, wenn es um deftige Worte und Gesten geht. Diesmal wurde allerdings das Starlet zum Opfer einer Verbal-Attacke von "Golden Girl" Betty White. Zickenkrieg tobt zwischen den Blondinen Kelly Osbourne und Christina Aguilera. Als die etwas fülliger gewordene US-Sängerin im hautengen Anzug auftrat, fuhr Kelly ihre Krallen aus: "Sie hat mich jahrelang als pummelig bezeichnet. So fett war ich aber nie." Unnett auch, was Sänger Justin Bieber ab und zu über sich ergehen lassen muss. Der Teenie-Star kommt sogar in einem Song des Rappers Eminem vor: "Gott kümmert sich einen Sch.... um Bieber, macht er das? Was für ein Dämon, ein Ungeheuer, das Böse scheint einfach durch ihn durchzusickern."  Damit läuft der Rüpel-Rapper Gefahr, dass Biebers Fangemeinde richtig böse auf ihn wird. Ob eine Fehde unter Promis als PR-Masche angezettelt wurde, und ob sich die Streithähne wieder versöhnen, lässt sich in jedem Fall mit Amüsement beobachten. 

Tickets zu gewinnen zu dem Biopic "J. EDGAR"

Dienstag 24.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

Gealtert und vergräzt: Leonardo DiCaprio als FBI-Boss J. Edgar Hoover.

Gealtert und vergräzt: Leonardo DiCaprio als FBI-Boss J. Edgar Hoover. c Filmstills 2012 Warner Bros. Ent.

Nein, das ist kein Irrtum unsererseits, das IST Leonardo DiCaprio, der vor 15 Jahren mit der untergehenden "Titanic" in der öffentlichen Wahrnehmung auftauchte. Da überstrahlte sein unverschämt gutes Aussehen sein überragendes Talent. Dieses blieb dem Kennerblick jedoch nicht lange verborgen, und bald tauschte Regie-Haudegen Martin Scorsese seinen langjährigen Stamm-Schauspieler Robert De Niro mit DiCaprio aus und liess Leo schwierige, komplexe Charaktere spielen, etwa in "Gangs of New York", "Departed", "Aviator" oder "Shutter Island".
In seinem aktuellen Film J. EDGAR nun agiert DiCaprio unter einem weiteren Altmeister, von Clint Eastwood, unserer leider nicht massgeblichen Meinung nach auf Oscar-Niveau - wo hat die Academy bloss hingeschaut, dass ihr DiCaprios grandiose Leistung entgangen ist?!? Er nicht für den Oscar nominiert wurde?!? Er spielt den kleingewachsenen Machtmenschen, vom jungen Heisssporn bis zum verbittert-welken Greis, mit Furor. Klar haben die Maskenbildner dick auftragen müssen, um Pretty Leo zum Giftzwerg zu machen, doch scheint unter dem Make up jederzeit DiCaprios meisterliche Mimik durch. 


Eitler Ehrgeizling: Der junge J. Edgar Hoover

Eitler Ehrgeizling: Der junge J. Edgar Hoover feilt an seinem Erscheinungsbild.

Vielleicht liegt seine Nicht-Nomination auch am Sujet: J. Edgar Hoover ist ein bad guy, in der kollektiven Erinnerung in den USA  ein rotes Tuch, eine Figur, die polarisiert. Ein Ekelpaket, zerfressen von Ehrgeiz und Geltungssucht, jedenfalls zeigen ihn der Schauspieler und sein Regisseur so. Und als Muttersöhnchen, der lange am Rockzipfel seiner starken Mama (brilliant wie immer: Judi Dench) hing.

Lehrt ihrem Sohn den Walzertakt: Mutter Hoover

Lehrt ihrem Sohn den Walzertakt: Mutter Hoover (Dame Judi Dench).

So sehr Hoover sein Image pflegte, so gern er in der Intimsphäre von allen und jedem rumschnüffelte, so rigide hielt er sein Privatleben unter Verschluss. Für viele sicher ein Schock im Film zu erfahren, dass der FBI-Gründer und langjähriger Boss (er überlebte acht Präsidenten!) verkappt schwul war. Sein engster Mitarbeiter und FBI-Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer) war auch privat sein Weggefährte.

Seinem Chef und Partner treu ergeben: Clyde Tolson

Seinem Chef und Partner treu ergeben: Clyde Tolson (Armie Hammer).

Frauen spielten in Hoovers Leben dennoch eine wichtige Rolle: Neben seiner dominaten Mutter vertraute der FBI-Gründer und Kommunisten-Hetzer Hoover  nur Helen Gandy (Naomi Watts). Nachdem die Schreibkraft Hoover überstürzten Heiratsantrag abgelehnt hat, bleibt sie zeitlebens seine Sekretärin.

Hoovers Sekretärin Helen Gandi (Naomi Watts).

Loyal bis zum Schluss: Hoovers Sekretärin Helen Gandi (Naomi Watts).

Leonardo DiCaprio diskutiert mit Regisseur Clint Eastwood

Hinter der Kamera: Leonardo DiCaprio diskutiert mit Regisseur Clint Eastwood das Drehbuch von Dustin Lance Black ("Milk").

Wer den Film noch nicht gesehen hat - oder ihn nochmals sehen will, hat Chancen auf Gratistickets: Warner Bros und SI Style verlosen 3 x 2 Ticktets für das Meisterwerk von Biopic. Füllen Sie den Talon aus bis zum 6. Februar - und mit etwas Glück erleben Sie eine Lektion in moderner Geschichte, die packender nicht sein kann. Lassen Sie sich von einem postmodernen Mephisto fesseln, der für Ruhm und Grösse alles opferte.



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Woody Allens Barcelona-Band spielt in Stans

Dienstag 24.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

Giulia y los Tellerani spielen in Stans

Lieferten den Soundtrack zu Woody Allens Filmen "Vicky Cristian Barcelona" und "You will meet a tall dark stranger": Giulia y los Tellarini

Die vielköpfige Band aus Barcelona sorgten letzten Mai an den Filmfestspielen in Cannes für Aufsehen bzw. Aufhorchen. Die bunte katalanische Combo ist seit der Zusammenarbeit mit Woody Allen weit über Musikerkreise hinaus bekannt geworden. Am kommenden Samstag, den 28. 1. wagen sich Giulia y los Tellarini aus mediterranen Gefilden ins Winterland Schweiz und spielen im Kollegium St. Fidelis in Stans, Vorverkauf www.starticket.ch 
Bevor die Spanier loslegen gehts schon musikalisch zu: Es wird ab 19.30 Uhr das Programm der nächsten Stanser Musiktage verkündet, die vom 15. bis 21. April die grosse weite (Klang-)Welt ins Winkelried-Dorf bringen. Für einzelne Konzerte hat der Vorverkauf bereits begonnen, Infos und Tickets auf www.stansermusiktage.ch

Mit Werner Herzog in die Kathedrale der Steinzeit

Mittwoch 18.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

HöhleBilder

320'000 Jahre alte Malereien in der Chavet-Höhle in Südfrankreich.© Filmstills Ascot Elite

Der deutsche Filmemacher Werner Herzog („Fitzgerraldo“, „Nosferatu“ „Aguirre – der Zorn Gottes“) entführt uns mit seinem neuesten Werk an einen Ort, den nur eine Handvoll Menschen gesehen haben: die Chauvet-Höhlen im Flussstal der Ardèche in Südfrankreich. DIE HÖHLE DER VERGESSENEN TRÄUME, so der poetische Titel des Dok-Films über ein Höhlensystem, welches durch einen Felssturz 22'000 Jahre verschlossen war. Eine Gruppe von Forschern entdeckte die Höhlen 1994 und fand im Innern über 400 perfekt erhaltene Malereien, die sagenhafte 32'000 Jahre alt sind. Diese teils monumentalen Tierbilder revidieren unsere Klischéevorstellungen von Neandertalern aufs Feinste: Unsere jagenden Vorfahren waren nicht die primitiven, keulenschwingenden Totschläger, als die wir sie imaginieren, sondern scharfe Beobachter ihrer Umwelt, Künstler, deren Werke eine ungeheure Faszination ausstrahlen, spirituelle Menschen, die möglicherweise Rituale in der Höhle abhielten und sich berauschten.

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Schwierige Dreharbeiten auf dem Laufsteg.

Herzog war es erlaubt, in der Höhle zu filmen. Und Herzog wäre nicht Herzog, wenn er sich diese Aufgabe leicht gemacht hätte. Er wollte seine Eindrücke aus dieser Kathedrale der Steinzeit möglichst echt auf die Leinwand bringen und liess eigens ein neues 3-D-Kamerasystem entwickeln, das ihm erlaubte, auch auf engstem Raum zu filmen. In der Höhle darf man lediglich auf einem schmalen, metallenes Laufgitter gehen und stehen. Wer nicht unter Platzangst leidet, wird mit einem wahrlich exklusiven Trip zu einem Naturwunder und den Anfängen menschlichen Kunstschaffens belohnt. Ein 3-D-Erlebnis der unvergesslichen Art. Hingehen und staunen!

Das Rennen hat begonnen

Montag 16.01.2012
Redaktion Sherin Hafner

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Auf so einen Goldjungen würden wir auch warten. Preisträger George Clooney vor der Verleihung der 69. Golden-Globe-Awards.

Auf so einen Goldjungen würden wir auch warten. Preisträger George Clooney vor der Verleihung der 69. Golden-Globe-Awards. Foto: Dukas.

Entzückend: Schauspielerin Michelle Williams rührte mit ihrer Dankesrede.

Entzückend: Schauspielerin Michelle Williams rührte mit ihrer Dankesrede. Foto: Dukas.

Der Startschuss für den Kampf um die wichtigsten Auszeichnungen im Filmbusiness fällt jedes Jahr mit der Verleihung der Golden Globes. Diesmal war es die 69. Gala an der die Trophäen (insgesamt 26) gestern Nacht in Los Angeles im Beverly Hilton Hotel verliehen wurden. Das Rennen machte George Clooney, der einen Preis als Bester Hauptdarsteller in "The Descendants" entgegen nehmen durfte. Der Film wurde auch als bestes Drama geehrt. Stolz wie Oscar schien seine Freundin Stacey Keibler zu sein, die den roten Teppich in roter Robe (Valentino) betrat. Als beste Hauptdarstellerin (Musical oder Comedy) wurde Michelle Williams ausgezeichnet. Im Film "My Week With Marylin" hatte sie Sexsymbol Marylin Monroe verkörpert. An dem Abend trat sie  in einem Körper betonten dunkel-lila Kleid aus Ausbrennersamt von Jason Wu auf und erntete Applaus. Der Dank in ihrer bewegenden Rede galt besonders ihrer süssen Tochter Matilda, der sie den Preis widmete. Leinwand-Legende Meryl Streep (sie war zum 26. Mal nominiert für den Part der Margaret Thatcher in "Iron Lady") bekam bereits zum siebten Mal eine goldene Weltkugel. Auch Madonnas (sie trug Reem Acra) Regie-Arbeit "W.E." wurde ausgezeichnet für den Song "Masterpiece". Der Stumm-Film "The Artist" feierte einen Dreifach-Triumph.

In Punkto Styling war der Abend Gold Wert! Schauspielerin Salma Hayek-Pinault griff mit ihrer Garderobe (Gucci) zwei Trends auf: Einerseits erinnerte ihr Kleid an das Art-Deco, zweitens war es schulterfrei. Zur trägerlosen Variante griffen auch ihre Kolleginnen Angelina Jolie (Atelier Versace), Jessica Alba (Gucci), Natalie Portman (Lanvin), wobei alle drei Damen die Haare elegant hochgesteckt trugen. Mit raffinierten Formen fielen Tilda Swinton (in Haider Ackermann) sowie Rooney Mara (in Nina Ricci) auf. Wir freuen uns schon auf die Oscar-Verleihung!

Jetzt im Kino: "THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO"

Mittwoch 11.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

Daniel Craig und Rooney Mara an der Deutschland-Premiere von The Girl with The Dragon Tattoo.

Daniel Craig und Rooney Mara an der Deutschland-Premiere von THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO. Alle Bilder © 2011 Sony Pictures Realeasing GmbH

M it grosser Wahrscheinlichkeit gehören Sie zu den 62 Millionen Menschen, die Stieg Larssons Millennium-Trilogie gelesen oder den Zigtausenden, die die europäsiche Verfilmung gesehen haben. Sparen wir uns also, die Handlung des Thrillers widerzugeben und reden sofort über die amerikanische Version von Regisseur David Fincher ("The Social Network") die morgen in unseren Kinos anläuft.

Rooney und Craig, zwei beschädigte Seelen, spannen zusammen, um eine Serie an Frauenmorden zu klären.

Ebenfalls in Schwarz, aber ohne Glamour: Rooney und Craig, zwei beschädigte Seelen, spannen zusammen, um eine Serie an Frauenmorden zu klären.

Eines gleich vorweg: Für Zartbesaitete ist Finchers Psycho-Thriller wohl zu starker Tobak. Wie schon in seinen düsteren Frühwerken "Se7en" und "Fight Club" erspart er seinem Publikum weder Folterszenen noch Vergewaltigungen oder grauslige Tatortfotos. Trent Reznor von den Nine Inch Nails liefert den Soundtrack und macht mit beinharten Klängen den Höllenritt komplett. Die diffus-depressiven Landschaften Schwedens, wo der amerikanische Film gedreht wurde, sorgen für eine stimmungsvolle Patina.
Was den Film trotz seiner Härte erlebens- und erleidenwert macht, ist allem voran Rooney Mara, die in die Rolle der soziopathischen Hackerin Lisbeth Salander schlüpft und wahrlich mit Haut und Haaren darin aufgeht. Rooney liess sich unerschrocken die Brauen bleichen und piercen und schreckte selbst vor einem Nippel-Piercing nicht zurück. Pat McGrath, die Vogue als einflussreichste Make-Up-Artistin der Modeindustrie nennt, verpasste ihr den Todesengel-Look. Danilo, der bereits Lady Gaga und Gewn Stefanie an die Haare ging, erfand für den Cyber-Punk Salander die Frisur mit dem pechschwarzen Mikro-Pony und der Rasur im Nacken.

Die gute Samariterin Salander näht ihrem Kampfgefährten Blomqvist eine Platzwunde mit Zahnseide zu.

Die gute Samariterin Salander näht ihrem Kampfgefährten Blomqvist eine Platzwunde mit Zahnseide zu.

Fincher warnte seine Entdeckung Rooney, dass die Rolle der Lisbeth Salander ihr Leben prägen würde. Seine Prognose dürfte eintreffen, und zwar im positiven Sinn: Rooney ist die Frau der Stunde und wird uns als dunkler Racheengel lange nicht mehr aus dem Kopf gehen. Stieg Larsson, ihr geistiger Vater, nannte Salander eine moderne Pippi Langstrumpf, mit Motorrad statt Pferd und Labtop statt Affen: Ein Mädchen mit ausgereiftem Selbstbewusstsein, von der Gesellschaft ausgegrenzt, clever, autonom, schräg. In THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO ist Pippi allerdings in einer Art Vorhölle gelandet, da, wo Wahnsinn, Fanatismus und Sadismus zu Hause sind.

Zweimal Rooney Mara:

Zweimal Rooney Mara: Im Film als Lisbeth Salander und auf dem roten Teppich bei der Deutschland-Premiere.

Neben Rooney Maras Parforce-Leistung verblasst selbst  Daniel Craig, dem auch als gedemütigter Wirtschaftjournalist Mikael Blomqvist zu viel James-Bond-Sex appeal anhängt. Famos hingegen agiert als Clan-Chef der 81-jährige Christopher Plummer, grandios gar spielt Stellan Skarsgård den Finsterling im Biedermann-Gewand. Und Robin Wright zeigt in der Rolle als Blomqvist Chefin und Freundin, dass man auch in einer Nebenrolle glänzen kann.

Lose Bindung: Wirtschafts-Journalist Blomqvist (Daniel Craig) mit seiner Freundin und herausgeberin Erika Berger (Robin Wright).

Lose Bindung: Wirtschafts-Journalist Blomqvist (Daniel Craig) mit seiner Freundin und herausgeberin Erika Berger (Robin Wright).

Fincher stylischer, böser Film wird zweifellos die Kassen klingeln lassen. Ob sich die Academy in Hollywood mit dem tiefschwarzen Werk anfreunden kann, bleibt noch offen. Rooney Maras Spiel bewegt sich jedenfalls auf Oscar-Niveau. Warten wir mal ab.

Buchtipp: "GESCHMACK IM FILM" von Wolfram Knorr

Dienstag 10.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

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Kinofans leben nicht von Popcorn allein - "Geschmack im Film", Wolfram Knorr, Echtzeit, Fr. 32.-.

Kochbücher voller inszenierter Gerichte  drin, die wir Küchennovizen so schön niemals hinkriegen, landen gern auf dem coffee table. Da sehen sie dann eine Weile gut aus, zeugen vom Experimentierwillen der Bewohner und werden bald im Regal endgelagert. Gekocht wird selten damit - wäre ja zu schade, wenn das edle Teil Sugospritzer oder Bratenfett abbekäme. Die Leute vom Echtzeit-Verlag servieren uns etwas andere Kochbücher: Klein, handlich, ohne Bilder der Gerichte, dafür mit Illustrationen von Essern und Kochern (Benjamnin Güdel), und mit Rezepten, die aufs Minimum reduziert sind. Doch sind die Echtzeit-Kochbücher im wahrsten Sinn langanhaltend sättigend, sie bieten nämlich Lesefutter. Nach "Geschmack der Liebe" von Jost Auf der Maur und "Reise zum Geschmack" von Christian Seiler ist "Geschmack im Film" jetzt druckfrisch in den Buchläden. Kinokenner Wolfram Knorr hat zwölf (plus einen) Leinwand-Klassiker ausgewählt, in denen mit Leidenschaft gekocht und Lust oder Frust gegessen wird, von "Chocolat", "Ratatouille", "Eat Drink Man Woman" über "Babettes Fest" bis "Don Camillos Rückkehr". Knorrs klugen und sinnlichen Ausführungen übers Essen im Film ("Film ist eine Totalbeschuss auf alle Sinne, eine Attacke aufs Empfindungsvermögen") zu  folgen ist nicht allein für Filmverrückte ein Vergnügen, die Rezepte von Leandra Graf bestehen in ihrer Schlichtheit. Und plötzlich bekommt man Lust auf Parmesan-Spaghetti, Wachteln mit Rosenblätter,  Lammkeule oder sogar ein englisches Frühstück mit Würstchen und Baked Beans. Besonders gut munden die Gerichte, wenn man sich zur Vorspeise Knorrs Essays einverleibt und zum Dessert den entsprechenden Film im Heimkino reinzieht.

Neu im Kino: "DRIVE" mit Ryan Gosling

Donnerstag 05.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

Ryan Gosling als Driver

Ryan Gosling als Driver auf dem Weg zu Oscar-Ehren. Stills © Ascot Elite Films

DRIVE ist einer jener seltenen Filme, bei dem Kritiker und Kinogänger sich einig sind: Der Film ist ein HAMMER! Und Ryan Gosling auf der Höhe seiner Schauspielkunst. Seit Clint Eastwood und Charles Bronson hat keiner mehr so beredt geschwiegen, keiner mit weniger Gestik mehr Emotionen ausgedrückt, keiner sein Temperament so perfekt unter Kontrolle gehabt wie Gosling in diesem meisterlichen Drama.

Fährt auf die alleinerziehende Nachbarin

Fährt auf die alleinerziehende Nachbarin (Michelle Williams) ab.

Die Handlung der Geschichte ist schnell erzählt: Gosling spielt einen Stuntman, der sich als Fluchtwagenfahrer ein paar Dollar extra verdient. Als ein Überfall total aus dem Ruder läuft, hat der Driver plötzlich eine Tasche voller Kohle, aber eben auch drei Leichen und die Mafia am Hals.
Das Packende an DRIVE ist weniger die Story nach der Buchvorlage von James Sallis, sondern die Inszenierung durch den Regisseur Nicolas Winding Refn, einem Dänen. (Schon erstaunlich, diese Dänen: So ein kleines Land, so eine grosse Kinonation: Susanne Bier holte letztes Jahr den Oscar mit A BETTER LIFE, Lars von Trier machte heuer mit der traumschönen Endzeitversion MELANCHOLIA sogar seinen Verbal-Aussetzer in Cannes vergessen.) Refn nun inszeniert mit DRIVE einen Actionfilm voller Slow-Motion, Non-Action-Szenen und langen Kameraeinstellungen, die endlos auf Goslings Profil verharren, so dass wir uns an ihm weidlich satt sehen können. Wie Refns bisherige Werke WALLHALLA RISING, BRONSON und PUSHER ist auch DRIVE für sensible Gemüter wenig geeignet, es fliesst fast so viel Blut wie Benzin. Trotzdem: Hingehen und geniessen!

Walt Disneys "FANTASIA" mit Live-Musik im KKL

Mittwoch 04.01.2012
Redaktion Anita Lehmeier

KKL

Bietet den futuristischen Rahmen für Disneys FANTASIA am 14. und 15. Januar: das KKL by night.   © Foto Luzern Tourismus

Der zauberhafte Trickfilm-Klassiker FANTASIA aus den Disney Studios von 1940 und 2000 kommt auf Grossleinwand ins KKL Luzern und wird live vom 21st Century Symphony Orchestra begleitet, unter der Leitung von Ludwig Wicki, am Piano Louis Schwitzgebel. Diese Weltpremiere findet am Samstag, 14. Januar, 19.30 Uhr statt, am Sonntag 15. Januar gibt es zwei weitere Vorstellungen, als Matinée um 11 Uhr und abends um 18.30 Uhr.

Zauberlehrling Mickey dirigiert eine Besen-Putztruppe

Zauberlehrling Mickey dirigiert eine Besen-Putztruppe.  © Filmstills Disney Enterprises Inc.

Den Event sollten sich alle Disney-Fans merken, ebenso Anhänger klassischer Musik. In Zusammenarbeit mit Disney hat das auf die Aufführung von Filmmusik spezialisierte Sinfonieorchester aus Luzern eine Auswahl der Kurzfilme zu einem abendfüllenden Konzertprogramm zusammengestellt. Das Orchester sitzt wie zu Stummfilmzeiten unter der Leinwand und begleitet das cineastische Spektakel live. Zu hören sind als Auftakt Beethovens "Pastorale", die wohl berühmteste Episode aus FANTASIA mit Mickey Mouse als Zauberlehrling wird untermalt von Paul Dukas Komposition "L'Apprenti Sorcier". Beim Bild- und Klang-Ereignis erklingen Tschaikowskis "Nussknacker"-Suite, ebenso Gershwins "Rhapsody in Blue", Stravinskis "Feuervogel", Claude Debussys "Clair de Lune" sowie Edward Elgars "Pomp and  Circumstance".

Zauberlehrling Mickey Mouse in Fahrt.

Zauberlehrling Mickey Mouse in Fahrt.

Tanz der Flamingos

Tanz der Flamingos zu Stravinskis "Feuervogel".

Tschaikowsys Nussknacker-Suite

Zum Heulen schön: Tschaikowsys "Nussknacker"-Suite als Ballett.

Wer sich das Grossereignis nicht entgehen lassen will, bucht schnell Tickets online auf www.artproductions.ch oder www.kkl.ch oder telefonisch bei 041 226 77 77. Konzertinfo auf www.21co.ch

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