für kurzentschlossene

Freitag 23.07.2010
Redaktion Berit Bisig

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Roman Blumenthal / Ana Strika

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Ursula Sulser, Christian Herzog / Sarah Jäger

Fotos: Thomas Burla © Helmhaus Zürich

Heute Abend ab 18.00 Uhr öffnet das Helmhaus Zürich die Tore für Arbeiten von 44 Künstlerinnen und Künstler, die von einer Jury ausgewählt wurden. Im Laufe des Abends werden die Gewinner der Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2010 bekanntgegeben. Es werden Plätze in Paris, Genua, Kunming, New York, San Francisco und Varanasi vergeben.

Reinschauen lohnt sich, es gibt Kunst aus den verschiedensten Bereichen zu sehen, zum Beispiel Fotografie, bildende Kunst oder Installationen.

Die Ausstellung dauert bis 5. September 2010.

Alternativen mit Musik

Freitag 23.07.2010
Redaktion Anita Lehmeier

Sonnenschein liegt dieses Wochenende wahrscheinlich kaum drin. Hier deshalb eine Auswahl von Alternativen, die man mit Musik verbinden kann: Fünf Neuheiten dieses Wochenendes.

Text: Christian Hug

Incognito 

Incognito: «Transatlantic R.P.M.» (Dome)
Die Jazz-Funk-Soul-Plattform von Jean-Paul Maunick gibt es nun auch schon 30 Jahre, und wie man hört, waren inzwischen um die tausend verschiedene Musiker darin involviert. Zum Jubiläum gibt’s nun ein neues Album, das so tönt wie alle anderen Alben vorher: ein bisschen zu geschmeidig, ein bisschen zuwenig funky, aalglatt und absehbar. Aber wer Chacka Khan, Earth, Wind & Fire und Level 42 mag, wird auch «Transatlantic R.P.M.» mögen. Erscheint am Montag.

 

Dechen Shak-Dagsay 
Dechen Shak-Dagsay: «Tibetan Spirit» (Silenzio/Heeb)
Nach ihrer völkerverbindenden Zusammenarbeit mit Tina Turner und Regula Curti beglückt uns die im Kanton Zürich lebende Tibeterin wieder mit neuen spirituellen Liedern und Mantras, live aufgenommen und wie immer: bezaubernd, hinreissend, inspirierend, diesmal gar mit einer Bonus-DVD des Konzertes. Wenn immer wir unser inneres Gleichgewicht suchen: Dechen führt uns auf einen guten Pfad. Vielleicht – das ganz am Rande – könnte man noch über die Gestaltung des Covers diskutieren.

 

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Menomena: «Mines» (City Slang/tba)
Es muss ja nicht immer eingänglich und einfach sein. Es darf ruhig mal sperrig klingen und schräg bis quer in der Musiklandschaft stehen. Zum Beispiel dieses Trio aus Oregon, das mit «Mines» bereits ihr viertes Album veröffentlicht und Indie-Pop für Kopflastige spielt, in etwa nach dem Vorbild von Mercury Rev und Flaming Lips und überzeugend. (Zu letzteren übrigens: immer noch dringend zu empfehlen ihr letztes Album «The Dark Side Of The Moon», auf dem sie das gleichnamige Album von Pink Floyd komplett covern.)

 

Step Up 
Sampler: «Step Up 3D» (Warner)
Bei Schönwetter: Als erster Tanzfilm kommt das zweite Sequel von STEP UP dreidimensional ins Kino. Der Soundtrack dazu liest sich wie eine Best-of des aktuellen R&B-/Urban-Sektors mit neuer Musik von Flo Rida, Estelle, Busta Rhymes und N.A.S.A. Ideal für einen lustigen Gruppentanz à la «Thriller» im Garten: Eure Nachbarn werden sich kaputtlachen. Bei Schlechtwetter: STEP UP 3D ins Kino schauen gehen.

 

36 Crazyfists

36 Crazyfists: «Collisions And Castaways» (Roadrunner/Musikvertrieb)
Falls die Nachbarn es tatsächlich gewagt haben, euch auszulachen bei STEP UP 3D» (Gartenvariante) - hier ist die Rache: Metalcore mit Volltempo-Growls und melodiösen Breaks, auf Dauer etwas eintönig und im Gesang ziemlich heiser, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass diese Band aus Alaska kommt, wo man sich ja leicht erkälten kann. Und für Kenner: 36 Crazyfists bleiben auch mit ihrem sechsten Album solider Durchschnitt in ihrem Genre.

Buchtipps zum Wochenende: Familienangelegenheiten

Freitag 23.07.2010
Redaktion Anita Lehmeier

Sulzer_zeit

Man soll ja ein Buch nie nach dem Cover beurteilen, davon verführen lassen darf man sich aber durchaus. Der Verlag Galiani Berlin, der sich so verdienstvoll der Schweizer Literatur kümmert, hat mit dem Umschlag von ZUR FALSCHEN ZEIT ein wahres Schmuckstück geschaffen, und Alain Claude Sulzer lässt uns eintauchen in eine vertrackte Vater-Sohn-Geschichte, die in unaufgeregtem Ton und stilistischer Eleganz eine Tragödie griechischen Ausmasses erzählt.
Der Erzähler, ein junger Mann von 17 Jahren, hat seinen Vater nie kennengelernt, von seinem Erzeuger blieb ihm lediglich eine Fotografie. Als er dieses Porträt, das jahrelang unbeachtet in seinem Regal stand, erstmals ausführlich betrachtet, fällt ihm die Uhr am Handgelenk des Vaters auf. Er wundert sich, wo die Uhr abgeblieben ist - als Sohn hätte er doch Anspruch auf das Stück. Und warum zeigt die Uhr Viertel nach sieben? Welcher Profi-Fotograf macht morgens oder abends um diese Zeit Aufnahmen? Die Neugierde ist angestachelt, haufenweise Fragen zum unbekannten Vater drängen sich auf. Auf der Rückseite des Porträts findet der junge Mann eine Pariser Adresse und macht sich kurzentschlossen auf den Weg dahin. Er findet den Fotografen tatsächlich und erfährt, dass dieser sein Patenonkel ist. Von ihm erhält der Junge Briefe und Notizen seines Vaters von dessen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt. Stückchenweise trägt der Junior die wahre Geschichte seines Vaters zusammen, einem Mann, der das Pech hatte, zur falschen Zeit gelebt zu haben. Alain Claude Sulzer ist ein Meister des Atmosphärischen, seine Erzählstil ein wahrer Genuss. Mit seinem früheren Roman EIN PERFEKTER KELLNER stach er in Frankreich literarische Schwergewichte wie Ian McEwan, Don DeLillo und Richard Ford  aus um den Prix Médicus étranger. Höchste Zeit, dass Sulzer auch hierzulande die ihm gebührende Beachtung findet!!
Am 26. August liegt Alain CLaude Sulzer im Literaturhaus Basel, am 29. September im Literaturhaus Zürich aus seinem neuen Buch.

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Drei Töchter, ein Haus und jede Menge Stoff

BuchMelvilles

Der Erstling aus England ist mit 600 Seiten so dick wie ein Keilabsatz, kommt aber in Stil und Ton luftig und leicht daher wie ein Seidensommerkleidchen. Tara Hyland erzählt in DAS HAUS DER MELVILLES (Limes Verlag) die Saga einer britisch konservativen Modedynastie über zwei Generationen hinweg. Im Fokus stehen die drei sehr unterschiedlichen Töchter von William Melville: Elizabeth, die Älteste, tut alles, um ihrem Vater zu gefallen, Amber ist die Bilderbuchausgabe des bildhübschen, verwöhnten Nesthäkchens und Caitlin, die Halbschwester, kommt erst im Teenageralter nach dem Tod ihrer Mutter in den Kreis der Familie. Das Mädchen aus bescheidenen Verhältnissen hat es nicht leicht, sich an den Luxus und den Umgangston im Melville-Haus zu gewöhnen und sich in der dysfunktionalen Familie einzuleben. Alle drei Frauen suchen auf ihre Weise nach Erfolg, Liebe und ihrem Platz im Imperium. Erst als ein Bankrott droht, raufen sich die drei zusammen.

Italien, Brasilien und Holland = Treffer!

Freitag 23.07.2010
Redaktion Laura Catrina

moschino_02   

Hier waren gleich mehrere Nationalitäten am Werk: Für die neue Werbekampagne des italienischen Modelabels Moschino wurde das brasilianische Topmodel Alessandra Ambrosio von dem holländischen Fotografen-Paar Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin abgelichtet. Für das Styling war Anna Dello Russo verantwortlich. Die Italienerin ist Modechefin der japanischen Vogue. Unverkennbar auf den Bildern ist Russos «Rich Girl»-Stil mit viel Goldschmuck. Ein Volltreffer!

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