Sonnenschein liegt dieses Wochenende wahrscheinlich kaum drin. Hier deshalb eine Auswahl von Alternativen, die man mit Musik verbinden kann: Fünf Neuheiten dieses Wochenendes.
Text: Christian Hug
Incognito: «Transatlantic R.P.M.» (Dome)
Die Jazz-Funk-Soul-Plattform von Jean-Paul Maunick gibt es nun auch schon 30 Jahre, und wie man hört, waren inzwischen um die tausend verschiedene Musiker darin involviert. Zum Jubiläum gibt’s nun ein neues Album, das so tönt wie alle anderen Alben vorher: ein bisschen zu geschmeidig, ein bisschen zuwenig funky, aalglatt und absehbar. Aber wer Chacka Khan, Earth, Wind & Fire und Level 42 mag, wird auch «Transatlantic R.P.M.» mögen. Erscheint am Montag.
Dechen Shak-Dagsay: «Tibetan Spirit» (Silenzio/Heeb)
Nach ihrer völkerverbindenden Zusammenarbeit mit Tina Turner und Regula Curti beglückt uns die im Kanton Zürich lebende Tibeterin wieder mit neuen spirituellen Liedern und Mantras, live aufgenommen und wie immer: bezaubernd, hinreissend, inspirierend, diesmal gar mit einer Bonus-DVD des Konzertes. Wenn immer wir unser inneres Gleichgewicht suchen: Dechen führt uns auf einen guten Pfad. Vielleicht – das ganz am Rande – könnte man noch über die Gestaltung des Covers diskutieren.
Menomena: «Mines» (City Slang/tba)
Es muss ja nicht immer eingänglich und einfach sein. Es darf ruhig mal sperrig klingen und schräg bis quer in der Musiklandschaft stehen. Zum Beispiel dieses Trio aus Oregon, das mit «Mines» bereits ihr viertes Album veröffentlicht und Indie-Pop für Kopflastige spielt, in etwa nach dem Vorbild von Mercury Rev und Flaming Lips und überzeugend. (Zu letzteren übrigens: immer noch dringend zu empfehlen ihr letztes Album «The Dark Side Of The Moon», auf dem sie das gleichnamige Album von Pink Floyd komplett covern.)
Sampler: «Step Up 3D» (Warner)
Bei Schönwetter: Als erster Tanzfilm kommt das zweite Sequel von STEP UP dreidimensional ins Kino. Der Soundtrack dazu liest sich wie eine Best-of des aktuellen R&B-/Urban-Sektors mit neuer Musik von Flo Rida, Estelle, Busta Rhymes und N.A.S.A. Ideal für einen lustigen Gruppentanz à la «Thriller» im Garten: Eure Nachbarn werden sich kaputtlachen. Bei Schlechtwetter: STEP UP 3D ins Kino schauen gehen.
36 Crazyfists: «Collisions And Castaways» (Roadrunner/Musikvertrieb)
Falls die Nachbarn es tatsächlich gewagt haben, euch auszulachen bei STEP UP 3D» (Gartenvariante) - hier ist die Rache: Metalcore mit Volltempo-Growls und melodiösen Breaks, auf Dauer etwas eintönig und im Gesang ziemlich heiser, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass diese Band aus Alaska kommt, wo man sich ja leicht erkälten kann. Und für Kenner: 36 Crazyfists bleiben auch mit ihrem sechsten Album solider Durchschnitt in ihrem Genre.