Will hoch hinaus: Jaden Smith, der Sohn von Will und Jada Pinkett Smith, beim Training auf der chinesischen Mauer. © Filmstills: Walt Disney Studio/Sony
Das Remake des Kampfsport-Klassikers ist entgegen des Titels kein Kinderfilm, denn auch Erwachsene werden vom Charme von Smith Junior hingerissen sein und ausserdem mit allerlei pädagogisch wertvollen Tipps aufgerüstet. Zum Beispiel: Spare Strom, rette die Erde. Oder: Der beste Kampf ist der, der nicht stattfindet. Im Film findet der Kampf zwar statt, aber es siegt - wie immer - das Gute. Jaden Smith alias Dre Parker alias THE KARATE KID stellt sich auf der Matte seinem üblen Widersacher, der seine Gegner und die hehren Grundsätze des Sportes mit Füssen tritt, und er kämpft auch gegen seine eigene Angst und um die Ehre seiner Flamme.
Dre Parker (Jaden Smith), neu in Peking, entflammt für seine Schulkameradin Meijng. Sie besuchen zusammen die Verbotene Stadt.
Trainiert für den grossen Kampf (und fürs Leben) wird der Junior aus Detroit, dessen alleinerziehende Mutter Sherry Parker (Taraji P. Henson) der Automobilkrise wegen nach Peking versetzt wird, von dem bärbeissigen, aber gutherzigen dem Hauswart Mr. Han. Den spielt kein Geringerer als die lebende Legende Jackie Chan. Der nimmt sich des Jungen an, der von seinem neuen, misstrauischen Altersgenossen immer wieder verprügelt wird, und bringt ihm auf dessen dringlichen Wunsch Kung-Fu bei. (Kung-Fu? Warum heisst denn der Film THE KARATE KID, mag man sich - oder der schlaue Junior im Kinosessel - fragen. Nun, weil das Original von 1984 so hiess. Klar?)
Respekt geht vor: Grossmeister Jackie Chan und sein Lehrling (Jaden Smith).
Wie lange und müshsam der Weg zum Sieg ist, zeigt der Film adäquat. Und in prachtvollen Bildern, hochglanzpoliert wie Tourismuswerbung. Wir lernen die pittorsken Seiten von Peking kennen, und weil der Film eine amerikanisch-chinesische Co-Produktion ist, durfte Regisseur Harald Zwart sogar in der Verbotenen Stadt und in alten Klöstern drehen. Kampfsportlegende Jackie Chan hat Jaden nicht nur im Film trainiert, sondern auch für den Film. In drei Monaten war der damals knapp Elfjährige fit, er drehte auch all seine Stunts und Kämpfe selber. "Kung Fu habe ich von Jackie gelernt, schauspielern von meinem Vater", meinte der Jungstar selbstsicher bei der Pressekonferenz. Schon als Dreikäsehoch von acht Jahren stand er mit seinem Vater Will Smith vor der Kamera, im Drama THE PURSUIT OF HAPPYNESS. Wer denn der bessere Schauspieler sei, um diese Antwort drückte sich Smith Junior elegant. Wer aber der bessere Rapper sei, das beantwortete er wie aus der Kanone geschossen: "Ich". So viel Selbstbewusstsein und Fleiss ist ja ein klasse Vorbild für die Jugend. Also nix wie hin mit dem Nachwuchs, THE KARATE KID startet heute in unseren Kinos. Hier ein Appetitanreger: