In den letzten beiden Wochen kamen nur sehr wenige neue Alben raus. Dieses Wochenende werden wir ordentlich eingedeckt. Das wird unser Portemonnaie arg belasten. Aber es lohnt sich. Hier eine Auswahl von Alben, die heute erscheinen.
Text: Christian Hug

Christina Aguilera: «{Bi-on-ic}» (Sony)
Vielleicht schraubt Frau Aguilera mit dem Cover die Erwartungen etwas zu hoch: Halb Mensch – halb Maschine? Ergibt innovative Dancefloor-Kracher! Tatsächlich zeigen einige Songs gute Ansätze, Tausendmalgehörtes neu zu verpacken, auch wenn sie letztlich zuwenig konsequent sind. Doch dann kommen die üblichen Schmuselieder, und zwischendurch plappert ihr Baby drein, was gänzlich unnötig ist. Am Ende bleibt ein weiteres Christina-Album zum verlässlichen Aguilera-Wert.
Uffie: «Sex Dreams And Denim Jeans» (Ed Banger/Warner)
Nach mehreren Singles und EPs veröffentlicht Uffie endlich ihr vollständiges Debüt: Die 23-jährige Newcomerin aus Florida zelebriert fern aller Lady-Gaga-Hysterie irritierende Songs zwischen Minimal, Elektro, Rap und Kunst, die immer etwas störrisch, lasziv und eigenwillig sind. Das ist spannend. Bezeichnenderweise erscheint Uffie beim Label Ed Banger.
Pendulum: «Immersion» (Warner)
Pendulum haben Prodigy längst als führende Kombo für modernen harten Dancefloor abgelöst. Auf ihrem sehnlichst erwarteten neuen Album benutzen die Australier noch immer dieselben Bausteine und setzen sie noch immer gleich zusammen, aber das ist okay: Von so einer umwerfenden Mischung aus House, Drum&Bass und Metall lassen wir uns gerne wegblasen. Das ganze Abum handelt übrigens von Wasser.
Tom Gaebel: «Music To Watch Girls By» (SPV)
Der deutsche Entertainer-Chef findet immer besser zu seiner Form: Er schafft die Gratwanderung zwischen Frank Sinatra und Tom Jones, Schmus und Swing, Kitsch und Grösse inzwischen sicher und liefert ein durchgehend angenehm anzuhörendes Album ab: Das gefällt übrigens auch unseren Eltern.
Brandhärd: «Blackbox» (Musikvertrieb)
Vor zehn Jahren war das Basler Rap-Trio wild und wuchtig, mit «Blackbox» werden Brandhärd definitiv erwachsen: tolle Auswahl monumentaler Samplings, schöner Flow, schlaue Texte, alles in allem geschmeidig und mit einem Attitüden-freien Rap-Verständnis.
Tequila Boys: «Live im Anker 2009» (Nation)
Ein Stück Schweizer Musikgeschichte: 1989 spielten die Mundart-Pioniere Rumpelstilz um Polo Hofer nach zehn Jahren Pause ein Reunion-Konzert im «Anker» in Interlaken. Zwanzig Jahre später spielten sechs junge Berner Musiker exakt dasselbe Konzert am selben Ort noch mal. Alle Musiker waren 1971, als Rumpelstilz gegründet wurde, noch nicht geboren... Eine fetzige Hommage mit Polo Hofer und Hanery Ammann als Gäste.