Text: Christian Hug
Endlich: Der Winter ist besiegt. Die Seele atmet auf, das Herz jubiliert, der Mensch ist glücklich. Eine gute Gelegenheit also, auch die Ohren zu öffnen und nach neuen Horizonten Ausschau zu halten.
Goldfrapp: «Headfirst» (EMI)
Darauf haben wir uns so gefreut. Doch mit seinem fünften Album setzt das englische Duo im Gegensatz zu früher keine neuen Massstäbe mehr: Mit ihrem 80er-Revival-Synthiepop kann man sich problemlos schadlos halten. Immerhin: Wenn Goldfrapp so weitermachen, werden sie vielleicht mal die Nachfolger der Pet Shop Boys.
The Peacocks: «After All» (People like you)
Darauf haben wir uns ebenfalls gefreut – und werden für das lange Warten belohnt: Wenn das Zürcher Trio The Peacocks in die Saiten greift, kracht es ordentlichen Rockabilly mit Betonung auf Rock. Reinziehen, weisse Socken anziehen, Hüften schütteln!
Dobet Gnahoré: «Djekpa La You» (Disques Office)
Sie kommt von der Elfenbeinküste, lebt (welch Überraschung...) in Frankreich und präsentiert ihr drittes Album: Afro vom Allerfeinsten. «Djekpa La You» kann von seiner Kraft und Intensität, von der Vielfalt und Grösse durchaus mit Stars wie Oumou Sangare, Sally Nyolo und Angélique Kidjo mithalten.
The Chieftains: «San Patricio» (Universal)
Dem Altherrenclub aus Irland gehen die Ideen nie aus. Mit Hilfe von Mastermind Ry Cooder, der damals den Buena Vista Social Club berühmt machte, veranstalten die Chieftains eine Reise nach Mexiko und wandeln musikalisch auf den Spuren des mexikanischen Kriegshelden San Patricio Batallion. Mit dabei: Linda Ronstadt, Lila Downs, Los Tigres del Norte und natürlich Ry Cooder. Herrlich! Passt zu Tortillas und Tanzen spätnachts.
Binder und Krieglstein: «Weird Austria» (Essay)
Dieses Album ist zwar schon zwei Wochen alt, passt hier aber gut rein: Mit ihrem letzten Album waren die Österreicher noch angenehm Reggae-lastig, jetzt machen sie gnadenlos einen auf experimentell: österreichischer Worldmusic-Crossover-Handorgel-Space für Hartgesottene. Aber auf alle Fälle ein Ohr wert!